Politik : Nahost-Konflikt: Mubarak auf Distanz zu Israel

Einen Tag nach dem israelischen Vergeltungsangriff auf palästinensische Ziele in Gaza-Stadt hat Ägypten am Dienstag seinen Botschafter aus Israel zurückgerufen. Als Grund nannte Ägypten, das eine wichtige Rolle im Nahost-Friedensprozess einnimmt, eine zunehmend aggressive Haltung Israels gegenüber den Palästinensern. Israel bemühte sich nach eigenen Angaben, Ägypten von dem Schritt abzubringen. Bei einem Anschlag auf einen israelischen Schulbus waren am Montag zwei Menschen getötet worden. Israel reagierte darauf mit dem Angriff auf Gaza-Stadt. Die Palästinenser-Regierung erlaubte ihrer Polizei, Demonstranten vor israelischem Beschuss auch mit dem Gebrauch von Schusswaffen zu schützen.

Grund sei die zunehmend aggressive Haltung Israels gegenüber den Palästinensern und der exzessive Einsatz von Gewalt. Ein Vertreter des israelischen Außenministeriums sagte, möglicherweise könne die für Mittwoch geplante Abreise des ägyptischen Botschafters nach Kairo verhindert werden. Israel bemühe sich derzeit auf höchster Ebene darum, die ägyptische Seite in dieser Frage umzustimmen.

Nach den Vergeltungsangriffen auf Ziele im Gazastreifen hat die israelische Armee erneut drei Palästinenser getötet. Ein Mann starb nach Krankenhausangaben am Dienstagmorgen im Westjordanland, zwei weitere Männer tötete die Armee nach eigenen Angaben in der Nacht im Gazastreifen. Einen 25-Jährigen erschossen Soldaten in Dschenin im Westjordanland bei Protesten. Im Gazastreifen töteten Soldaten einen Palästinenser, der mit einem weiteren Mann eine Autobombe legen wollte. Auch bei der jüdischen Siedlung Newe Dekalim sei ein Palästinenser durch Schüsse getötet worden, als er sich mit drei weiteren Männern der Siedlung genähert habe.

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