Nahost-Konflikt : Olmert will sich mit Abbas treffen

Israels Regierungschef Ehud Olmert ist zu einem sofortigen Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bereit. Eine Hamas-Splittergruppe warnte Israel unterdessen vor Einsätzen im Gazastreifen.

Jerusalem/Gaza - Abbas sei "ein rechtmäßiger Partner", sagte Olmert vor dem israelischen Parlament. "Ich bin bereit, ihn unverzüglich zu treffen, um über den Friedensfahrplan zu reden, wenn er es wünscht." Zu Gesprächen mit der palästinensischen Regierung unter der radikalen Hamas-Bewegung sei Israel dagegen nicht bereit, stellte Olmert klar: "Wir unterscheiden zwischen der Hamas-Regierung und Abu Masen (Abbas)."

Der israelische Ministerpräsident rief seinen libanesischen Kollegen Fuad Siniora zu einem unmittelbaren Treffen ohne Zwischenleute auf, um für Frieden zwischen den beiden Ländern zu sorgen. "Das Misstrauen und die Vorurteile müssen überwunden werden", sagte Olmert vor der Knesset. Im Übrigen werde er im November US-Präsident George W. Bush treffen, kündigte der israelische Regierungschef an. Er werde mit Bush - wie in dieser Woche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin - über das iranische Atomprogramm sprechen. Die vom Iran ausgehende Gefahr sei eine Gefahr "für den Frieden weltweit". Bush hatte Olmert im Mai erstmals im Weißen Haus empfangen.

Derweil warnte der bewaffnete Arm der palästinensischen Hamas Israel vor weiteren Militäreinsätzen im Gazastreifen. Wenn Israel eine stärkere Konfrontation mit der radikalislamischen Hamas suche, "werden wir diese Herausforderung annehmen", erklärten die Essedin-al-Kassam-Brigaden. "Wir haben die Vorbereitungen abgeschlossen, um dem zionistischen Feind eine Lektion zu erteilen, die er nicht vergessen wird." Die Brigaden hätten "die nötigen Mittel und Waffen" dazu. Israel unterstelle der Hamas, Waffen in den Gazastreifen zu schmuggeln, "um seine kriminellen Einsätze zu rechtfertigen".

Israel wirft der Hamas vor, Waffen in den Gazastreifen zu schmuggeln

Die Brigaden hätten das Recht, alle möglichen Waffen zu horten, um das Volk zu verteidigen - zumal der Feind nicht zögere, "alle Arten von Waffen gegen unschuldige palästinensische Zivilisten einzusetzen, die gemäß internationalen Konventionen verboten sind", betonte die Gruppierung. Ranghohe Israelis hatten der Hamas vorgeworfen, neue Waffen wie Boden-Luft-Raketen in den Gazastreifen zu schmuggeln.

Israels Verteidigungsminister Amir Peretz sagte, er werde nicht zulassen, dass das Palästinensergebiet ein neuer Südlibanon werde. "Wir werden alle nötigen Maßnahmen ergreifen, damit die Hamas nicht erstarken kann", kündigte er an. (tso/AFP)

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