Politik : Nahost-Konflikt: Palästinensisches Baby getötet

Ein fünf Monate altes palästinensisches Baby und ein palästinensischer Lehrer sind die bisher letzten Todesopfer der erneut eskalierenden Kämpfe zwischen den Israelis und Palästinenser. Beide Seiten machen bisher keine Anstalten, den Empfehlungen zur Gewalteinschränkung der internationelen Mitchell-Kommission zu folgen.

Israels Armee hatte zuvor von Verteidigungsminister Ben-Eliezer "freie Hand" bekommen, wie sie auf palästinensischen Beschuss reagiert. Der Kommandant vor Ort kann allein entscheiden, ob seine Truppe in vollautonomes palästinensisches Gebiet (den so genannten A-Sektor) eindringt, um die Täter zu fassen. Bisher konnten solche Aktionen nur mit Bewilligung höchster Armeestellen und nach Rücksprache mit den politisch Verantwortlichen erfolgen.

Kaum war Ben-Eliezers Erlass bekannt geworden, als am frühen Montagmorgen eine Armeeeinheit in palästinensisches Gebiet bei der Westbank-Stadt Tulkarm eindrang, allerdings nur 20 Meter. Dies nachdem die Soldaten aus dem Stadtgebiet beschossen worden sein sollen. Beim anschliessenden Schusswechsel wurde ein Palästinenser getötet und zehn weitere verletzt. Nachdem die israelischen Truppen mittels Panzerbeschuss eine palästinensische Polizeistation zerstört hatten, zogen sie sich zurück.

Besonders tragisch endete ein Schusswechsel im Gaza-Streifen. Nachdem die Palästinenser vier Mörsergranaten auf die israelische Siedlung Neve Dekalim abgeschossen hatten, feuerten israelische Panzer auf die mutmaßlichen Abschusstellen im Flüchtlingslager Khan Younis: Ein viermonatiges Baby wurde getötet, dessen Bruder, die Mutter und weitere acht Palästinenser wurden verletzt.

Sowohl Palästinenser als auch Israelis verschärften seit Sonntag ihre Kampfaktivitäten. Just kurz zuvor hatten sie sie den Entwurf des Berichtes der Kommission unter dem früheren US-Senator George Mitchell über die anhltenden Unruhen zur Stellungsnahme erhalten. Die Kommission appelliert darin an beide Seiten, die Gewalt zu stoppen und zu Verhandlungen zurückzukehren.

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