Politik : Nahost-Konflikt: Scharon: Osloer Friedensabkommen ist tot

Der rechts gerichtete Vorsitzende der oppositionellen Likud-Partei in Israel, Ariel Scharon (72), hat die Friedensabkommen mit den Palästinensern für tot erklärt und gesagt, er wolle den Palästinensern nur 42 Prozent des Westjordanlandes zugestehen. Nach israelischen Medienberichten sagte Scharon in einem Interview mit einer ultraorthodoxen Zeitung, das am Freitag veröffentlicht werden soll, die Friedensabkommen von Oslo seien "nicht mehr existent". Nach Angaben der israelischen Zeitung "Haaretz" vom Mittwoch sagte der Ex-General zudem: "Wenn ich von schmerzhaften Konzessionen (gegenüber den Palästinensern) spreche, dann meine ich, dass wir Nablus und Jericho nicht zurückerobern wollen." Immerhin handele es sich bei diesen historischen Stätten um "die Wiege des jüdischen Volkes".

"Haaretz" zitierte ein namentlich nicht genanntes ranghohes Likud-Mitglied mit den Worten: "Genau davor haben wir uns die ganze Zeit gefürchtet. Scharon hat den Mund aufgemacht und Dinge gesagt, die er nicht hätte sagen sollen." Solche Äußerungen könnten "einen Meinungsumschwung zu Gunsten des amtierenden Ministerpräsidenten Ehud Barak auslösen". Bisher rangiert Scharon nach Meinungsumfragen weit vor Barak, gegen den er am 6. Februar bei den Direktwahlen antritt.

Der jüngste Vermittlungsvorschlag des US-Präsidenten Bill Clinton sieht die Einrichtung eines palästinensischen Staates auf etwa 95 Prozent des Westjordanlandes und des gesamten Gazastreifens vor. Während Barak mit einem "eingeschränkten Ja" auf den Vorschlag reagierte, wiesen die Palästinenser ihn als nicht ausreichend zurück. Der israelische Tourismusminister Amnon Lipkin-Schahak hat nach Medienberichten bei einem Geheimtreffen mit Palästinenserpräsident Jassir Arafat über Möglichkeiten zur Beendigung der Gewalt gesprochen.

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