Nahost-Krise : Annan fordert Freilassung der Geiseln

UN-Generalsekretär Kofi Annan fordert von der Hisbollah-Miliz die bedingungslose Freigabe der israelischen Soldaten. Im Gegenzug soll Israel die See- und Luftblockade gegen den Libanon aufgeben.

Jerusalem/Ramallah - UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die schiitische Hisbollah-Miliz und die israelische Regierung zur Einhaltung ihrer Verpflichtungen für eine dauerhafte Waffenruhe aufgerufen. Annan und Olmert trafen sich am Mittwochmorgen zu einem eineinhalbstündigen Gespräch in der Residenz des Regierungschefs in Jerusalem. Annan versprach, alles "in meiner Macht stehende" zu tun, um die Freilassung der Soldaten zu erreichen. Er bekräftigte seine Forderung nach einer Aufhebung der Blockade gegen den Libanon.

Annan reist derzeit durch den Nahen Osten, um die Bedingungen für eine Umsetzung der UN-Resolution 1701 auszuhandeln. Sie sieht unter anderem die Aufhebung der Blockade vor. Die israelische Regierung ist jedoch erst dazu bereit, wenn internationale Kriegsschiffe im Auftrag der Uno Waffenlieferungen an die Hisbollah verhindern.

Olmert sagte nach dem Treffen, er hoffe schnellstmöglich auf "direkte Kontakte" zwischen israelischer und libanesischer Regierung, um ein Abkommen zwischen beiden Ländern zu ermöglichen. "Es gibt keinen Konflikt zwischen uns." Annan wollte am Mittwoch noch den israelischen Vize-Regierungschef Schimon Peres und im Westjordanland Palästinenserpräsident Mahmud Abbas treffen. Auf seinem Programm stehen unter anderem noch Jordanien und Syrien. Für Donnerstag ist in Stockholm eine internationale Geberkonferenz geplant, bei der mehr als 390 Millionen Euro zum Wiederaufbau des Libanon gesammelt werden sollen. Israels Außenministerin Zipi Livni schloss unterdessen ein neuerliches Eingreifen ihres Landes im Libanon nicht aus. Sie betonte aber in der Wochenzeitung "Die Zeit", dass die Hisbollah sich bislang an die Waffenruhe halte. Israel wolle mithelfen, den Libanon in einen "normalen, unabhängigen Staat zu verwandeln". Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief zum Ende der Raketenangriffe vom Gazastreifen aus auf Israel auf. "Diese Raketen schaden den Interessen unseres Volkes und bringen uns Tod und Zerstörung", sagte er am Mittwoch vor hunderten Funktionären in Ramallah. (tso/AFP)

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