Nahost-Krise : EU-Außenminister fordern "sofortige Waffenruhe"

Die Operation "Gegossenes Blei" wird fortgesetzt, das Sterben im Gazastreifen geht weiter. Der französische Außenminister Bernard Kouchner hat eine 48-stündige Waffenruhe in dem Konflikt vorgeschlagen. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hat positiv auf den Vorschlag reagiert.

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Ob sie Rettung bringen? Die EU-Außenminister in Paris. -Foto: AFP

ParisDie EU-Außenminister sind in Paris zu einem Sondertreffen zur Krise in Nahost zusammengekommen. Vertreter der 27 Mitgliedsstaaten trafen am Dienstagabend im französischen Außenministerium in Paris ein. Die EU werde eine "sofortige Waffenruhe" verlangen, um insbesondere die humanitäre Versorgung der Bevölkerung im Gazastreifen zu ermöglichen, sagte der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kündigte derweil an, er werde Israels Außenministerin Zipi Livni am Donnerstag in Paris empfangen.
  
Nach israelischen Angaben hat der französische Außenminister Bernard Kouchner eine 48-stündige Waffenruhe in dem Konflikt vorgeschlagen. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hat positiv auf den Vorschlag reagiert. Barak stehe der Initiative aufgeschlossen gegenüber, sagte sein Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Eine derartige Waffenruhe werde Israel aber nicht an der weiteren Vorbereitung einer Bodenoffensive hindern.

Laut Diplomaten in Paris will die EU auch Hilfe zur Versorgung der Bevölkerung im Gazastreifen anbieten und zur Öffnung von Grenzübergängen gegebenenfalls Beobachter zur Verfügung stellen.

Ban Ki Moon ruft zum Waffenstillstand auf

Angesichts der Eskalation der Gewalt hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mehrfach zu einem sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen aufgerufen und weitere Gespräche mit allen politisch Verantwortlichen angekündigt. An Israel appellierte der UN-Chef, die Grenzübergänge zum Palästinensergebiet zu öffnen.

Und auch US-Präsident George W. Bush bemüht sich um eine Waffenruhe. Er habe mit dem im Westjordanland regierenden Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dem dortigen Regierungschef Salam Fajad am Telefon über die Möglichkeit eines "tragfähigen Waffenstillstands" gesprochen, sagte sein Sprecher Gordon Johndroe am Dienstag im texanischen Crawford. Die drei Politiker seien sich einig gewesen, dass auch die im Gazastreifen herrschende Hamas die Feuerpause einhalten müsse, wenn diese wirksam sein solle. Zuvor hatte Frankreich der israelischen Regierung einen Vorschlag für eine 48-stündige Feuerpause mit der Hamas vorgelegt.
  
380 tote Palästinenser, vier tote Israelis  
  
Bush sprach nach Angaben seines Sprechers zudem mit Ägyptens Staatschef Husni Mubarak, dem er für seine Bemühungen um ein Ende der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel gedankt habe. Der US-Präsident ließ zudem erklären, dass er sich um die Menschen im Gazastreifen Sorgen mache. Die USA wollten sie mit humanitärer Hilfe unterstützen, sagte Bushs Sprecher und verwies auf die Zusage der US-Regierung von Dienstag, kommendes Jahr für das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) 85 Millionen Dollar (60 Millionen Euro) bereitzustellen.
  
Derweil ist die Zahl der bei den israelischen Luftangriffen getöteten Palästinenser nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza auf 380 gestiegen. Mehr als 1800 Menschen hätten Verletzungen erlitten. Die Zahl der Toten auf israelischer Seite seit Beginn der Offensive "Gegossenes Blei" am Samstag liegt bei vier. (mpr/AFP/dpa)

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