Politik : Nahost-Krise: Israel setzt auf Härte: Zwei Todesopfer und 15 Verletzte

Mit demonstrativer Härte hat die israelische Regierung palästinensische Häuser im Gazastreifen von Bulldozern einebnen lassen, von denen aus auf ihre Soldaten geschossen worden sein soll. Zwei Palästinenser wurden bei der Aktion getötet und 15 verletzt, teilten palästinensische Ärzte und Augenzeugen mit. Die Aktion stand im Kontrast zu versöhnlichen Äußerungen von Außenminister Schimon Peres in Washington. Peres will bei seinen Gesprächen mit Außenminister Colin Powell und Präsident George W. Bush die USA zu einer aktiveren Rolle bei den Bemühungen zum Stopp der seit sieben Monaten anhaltenden Gewalt bewegen. In einer Rede im Washingtoner Institut für Nahostpolitik bezeichnete er den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat als Friedenspartner. "Wir können nichts mit Gewalt lösen", so Peres. "Es sollte keine Kollektivstrafe geben, Zivilisten sollten nicht leiden."

Bei Rafah drangen am Mittwoch von israelischen Panzern gedeckte Bulldozer auf ein palästinensisches Gelände nahe der ägyptischen Grenze vor. Die Panzer feuerten mit ihren Kanonen und schweren Maschinengewehren, sagte der palästinensische Sicherheitschef, Brigadegeneral Abdel Rasek el Madschaida. Nach Angaben von Ärzten wurde ein 17-jähriger Palästinenser getötet. Stunden später erschossen Augenzeugen zufolge israelische Soldaten aus mehreren hundert Metern Entfernung einen 13-Jährigen, der mit seiner Familie in den Trümmern nach Habseligkeiten suchte.

Peres will bei seinem Gespräch mit Powell um Unterstützung bei der Vermittlung eines Waffenstillstandsabkommens mit den Palästinensern bitten. Am heutigen Donnerstag trifft er mit Bush zusammen. Bei dem Gespräch gehe es darum, wie man ein "wirksames Waffenstillstandsabkommen" erzielen kann, sagte Peres. Ohne amerikanische Hilfe könne dies nicht funktionieren.

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