Politik : Nahost-Krise: Israelischer Diplomat bei Anschlag verletzt

Ein israelischer Diplomat ist am Sonntag in der jordanischen Hauptstadt Amman angeschossen worden. Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak bezeichnete den Anschlag als "schwerwiegenden Vorfall". Der Diplomat wurde in seinem Fahrzeug beschossen und nach Angaben des israelischen Vize-Konsuls an der Hand verletzt. Er konnte das Krankenhaus in Amman unterdessen wieder verlassen und wurde nach Israel gebracht, wo er operiert werden sollte.

Bei Zusammenstößen im Gaza-Streifen erschossen am Sonntag israelische Soldaten einen 14-jährigen Palästinenser. Nach Krankenhausangaben wurde der Junge am Grenzübergang Karni in die Brust getroffen. Mindestens sechs weitere Palästinenser wurden verletzt. Nach israelischen Angaben hatten zuvor Palästinenser einen israelischen Bus auf dem Weg zur jüdischen Siedlung Netzarim beschossen. Die israelischen Soldaten hätten das Feuer erwidert, sagte ein Armeesprecherin. Die Armee schloss daraufhin den Grenzübergang bis auf weiteres. Ein Krankenhaus in Gaza meldete indes den Tod eines palästinensischen Polizisten, der nach dem Einatmen von Tränengas eine Herzattacke erlitten habe.

Israels Militär vertrat die Auffassung, der Aufruf von Palästinenserpräsident Jassir Arafat, nicht mehr auf israelische Ziele zu schießen, habe einen Rückgang der Gewalt bewirkt. Arafat hatte am Freitag bekräftigt, der palästinensische Sicherheitsrat habe einen "klaren Befehl" zur Eindämmung der Gewalt gegeben. Der Fatah-Politiker Ahmed Hellas erklärte indes, der Kampf gegen Israel werde weiter gehen, ganz gleich, wie hoch der Preis dafür sei.

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