Nahost : Merkel äußert sich zurückhaltend zu Bundeswehreinsatz

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zurückhaltend über einem Bundeswehreinsatz im Nahen Osten geäußert. Die Kapazitäten der Bundeswehr für Auslandseinsätze seien "weitgehend erschöpft", sagte Merkel.

Hamburg - Die Bundeskanzlerin stellte laut "Bild am Sonntag" statt dessen Ausbildungshilfe für Polizei und Militär im Libanon in Aussicht. "Wir sind im Kongo, wir sind Haupttruppensteller auf dem Balkan, und wir haben unser größtes Kontingent in Afghanistan", sagte Merkel. Die Frage nach einem Bundeswehr-Einsatz in Nahost stelle sich für sie im Augenblick nicht. Die Kanzlerin fügte hinzu: "Als Deutsche sollten wir in dieser Region mit äußerster Vorsicht herangehen."

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm trat der Einordnung entgegen, Merkel habe in dem Interview ihre Ablehnung eines Einsatzes deutscher Soldaten zum Ausdruck gebracht. "Die Kanzlerin hat sich zurückhaltend gegenüber einem Einsatz der Bundeswehr in Nahost geäußert", betonte Wilhelm.

Merkel sagte, es gebe eine ganze Reihe von Aufgaben, die Deutschland im Rahmen der internationalen Anstrengungen übernehmen könne. Konkret nannte die Kanzlerin "das wichtige Thema der Hilfe für den Libanon - wie Ausbildungshilfen für die libanesische Polizei und die Armee - und die Stabilisierung des libanesischen Versöhnungsprozesses".

Zugleich erinnerte die Kanzlerin an die besondere Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel. Es sei eine geschichtliche Verpflichtung deutscher Politik, unverbrüchlich für das Existenzrecht Israels einzutreten. "Wir müssen uns immer klar machen, dass die derzeitige Krise von der Hisbollah ausgelöst worden ist", betonte Merkel. (tso/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar