Nahost : Palästinenser setzen Angriffe auf Israel fort

Nach dem offiziellen Ende einer Waffenruhe haben militante Palästinenser den Beschuss von israelischen Grenzgemeinden fortgesetzt. Israel droht mit harten Reaktionen.

Palästinenser
Militante Palästinenser. -Foto: AFP

Gaza/Tel AvivAuf israelischem Boden schlugen am Freitag drei selbst gebaute Raketen ein. Sie richteten jedoch keinen Schaden an. Ein hochrangiger israelischer Militär warnte die militanten Palästinensergruppen, dass Israel im Falle eines fortwährenden Beschusses "angemessen" militärisch reagieren werde. Für den Fall einer israelischen Militäroperation im Gazastreifen drohte die radikal-islamische Hamas mit einer "harten und schmerzhaften Antwort".

Die von Ägypten vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und zwölf militanten Palästinenserorganisationen war am Freitagmorgen nach sechs Monaten abgelaufen. Der militante Flügel der Hamas, die rund 20.000 Mann starken Al-Kassam-Brigaden, machten dafür Israel verantwortlich. "Israel hat den grundlegenden Punkt in der Vereinbarung ignoriert. Und das ist das Ende der Blockade und eine Öffnung der Grenzübergänge", heißt es in einer Erklärung. Ein Vertreter des politischen Flügels der Hamas signalisierte jedoch, dass eine Rückkehr zur Waffenruhe möglich sei. Sollte Israel ein neues Angebot auf den Tisch legen, werde Hamas dies aufgeschlossen studieren, sagte Hamas-Sprecher Taher al-Nunu dem israelischen Rundfunk.

Wirtschaftsblockade über Gazastreifen

Israel hat wegen des fortwährenden Beschusses durch militante Palästinenser nach einem Boykott der Hamas zusätzlich eine Handels- und Wirtschaftsblockade über den Gazastreifen verhängt. Die Vereinbarung über die Waffenruhe sah vor, dass Israel schrittweise mehr Waren in den Gazastreifen lässt. Israel wirft der Hamas vor, den Beschuss Israels nicht vollständig gestoppt zu haben.

Nach Angaben eines Armeesprechers sind seit Anfang November 320 Raketen und Mörsergranaten auf israelischem Boden eingeschlagen. Seit die Hamas im Juni 2007 die Macht im Gazastreifen übernommen habe, seien über 4800 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert worden. Israel sei dazu in der Lage, die Infrastruktur der Hamas im Gazastreifen zu zerschlagen, sagte ein hochrangiger Militär dem Rundfunk. Dafür fehle aber der internationale Rückhalt. Außerdem wäre dafür ein hoher Preis zu zahlen. Ägypten, das die Waffenruhe vermittelt hatte, äußerte Bedauern über das Ende. (ck/dpa)

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