Nahost : Palästinenserpräsident taktiert vor internationaler Konferenz

Kurz vor der Nahostreise von US-Außenministerin Condoleezza Rice hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas seine Teilnahme an einer internationalen Nahostkonferenz in Frage gestellt.

Ramallah "Er wird nicht kommen, wenn es nicht um etwas Substanzielles geht", sagte der politische Berater von Abbas, Nimmr Hammad. Anlass waren Äußerungen des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert, denen zufolge er in seinen vorbereitenden Gesprächen mit Abbas nicht ein Friedensabkommen, sondern lediglich eine gemeinsame Erklärung anstrebe.

In einem solchen Fall würde nicht nur Abbas, sondern "auch kein anderer Araber kommen", sagte Hammad. US-Präsident George W. Bush hatte bei der Ankündigung der geplanten Konferenz vor allem Wert auf eine Teilnahme Saudi-Arabiens gelegt. Olmert und Abbas hatten sich seitdem mehrmals getroffen, um Dokumente für diesen Anlass auszuarbeiten. Abbas hatte in der vergangenen Woche Jordanien und Saudi-Arabien besucht, um die Führungen dieser beiden arabischen Länder über den Stand der Verhandlungen zu informieren.

Zeitpunkt der Konferenz unklar

Rice, die zuletzt im August mit Olmert und Abbas gesprochen hat, wird an diesem Dienstag in Israel erwartet. Sie will bis zum Donnerstag erneut mit beiden Spitzenpolitikern zusammentreffen. Bislang stehen weder der genaue Zeitpunkt der Nahostkonferenz, die nach Bushs Vorstellungen im November in Washington stattfinden soll, noch der Teilnehmerkreis fest.

Israelische Soldaten erschossen indes in Ramallah einen 16-jährigen Palästinenser. Der Jugendliche erlitt einen Bauchschuss und verblutete, wie Krankenhausärzte sagten. Das israelische Militär war in die Stadt eingerückt, um militante Kämpfer festzunehmen. Der getötete Jugendliche gehörte keiner militanten Organisationen an. Nach palästinensischer Darstellung schleuderte er zusammen mit anderen seiner Altersgruppe Steine gegen die Soldaten. Nach israelischen Militärangaben war er bewaffnet und legte einen Sprengsatz aus. (mit dpa)

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