Politik : Nahost: Peres befürwortet einen unabhängigen Palästinenser-Staat

Jerusalem (rtr/dpa).

Jerusalem (rtr/dpa). Israels Außenminister Schimon Peres hat sich grundsätzlich für einen unabhängigen Palästinenser-Staat ausgesprochen. Israel sei an einem florierenden palästinensischen Staat interessiert, allerdings müsse Präsident Jassir Arafat die Gewalt in den Griff bekommen, sagte Peres am Dienstag bei einem Besuch in Prag. Die Gewalt in den Palästinensergebieten sei Arafats Problem, sagte Peres. "Wir sagen ihm: Ein Land zu haben bedeutet, die Redefreiheit zu garantieren und die Waffen zu kontrollieren. Wenn man jedoch die Redefreiheit beschränkt und die Waffen freigibt, kann man kein Land führen."

Auch der neue palästinensische Jerusalem-Beauftragte Sari Nusseiba hat sich am Dienstag für eine klare Zwei-Staaten-Lösung im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ausgesprochen. Nusseiba, Nachfolger des im Mai gestorbenen Faisal Husseini, sagte im Gespräch mit dem israelischen Armeesender, Israel müsse sich dafür auf die Grenzen vor dem Sechstagekrieg von 1967 zurückziehen. Israel hatte damals unter anderem den Gazastreifen das Westjordanland sowie den Ostteil Jerusalems erobert.

Israel wies indes die Kritik der USA an seiner Politik der gezielten Tötung mutmaßlicher palästinensischer Extremisten zurück. Der Berater von Israels Ministerpräsident Ariel Scharon, Salman Schowal, bezeichnete die US-Kritik an den gezielten Tötungen mutmaßlicher Extremisten als Fehler. Israel kämpfe gegen den "palästinensischen Terrorismus" in der gleichen Weise wie die USA in ihrem Kampf gegen den Moslem-Extremisten Osama bin Laden. Bin Laden wird von den USA für die Anschläge am 11. September in New York und Washington verantwortlich gemacht.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Reeker, hatte am Montag gesagt, "Wir sind gegen die Politik des gezielten Tötens." Die Tötung eines Hamas-Mitglieds am Montag hatte für neue Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern gesorgt. Bereits am Vortag war ein Hamas-Mitglied getötet worden, dem die Beteiligung an einem Selbstmordanschlag im Juni in Tel Aviv mit mehr als 20 Toten vorgeworfen wurde.

Derweil sucht Arafat in Europa weiter nach Unterstützung. Am Montag hatte Arafat in Irland die EU und die USA um Hilfe bei der Wiederbelebung des Nahost- Friedensdialogs gebeten. Nach einem Gespräch mit Irlands Ministerpräsident Bertie Ahern sagte Arafat in der Nacht zum Dienstag: "Wir brauchen die Hilfe Europas, wir brauchen Hilfe der USA, um die Gespräche so bald wie möglich wieder aufnehmen zu können."

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