Politik : Nahost: PLO fordert UN-Beobachter. Internationale Kontrolle soll Gewalt beenden

Der Generalbevollmächtigte der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) in Deutschland, Abdullah Frangie, hat die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen im Nahen Osten aufgerufen. Frangie warnte am Freitag im ZDF-Morgenmagazin, ohne ausländische Hilfe würden Palästinenser und Israelis in einer blutigen Konfrontation versinken. Hingegen erklärte der israelische Botschafter Shimon Stein, erst müssten sich Israelis und Palästinenser einig sein, bevor man die Rolle der Europäer und Amerikaner erörtern könne. Grafik: UN-Friedensmissionen Frangie warnte, ohne ein Eingreifen des Auslands könne der Friede nicht aufrechterhalten werden. Palästinenser und Israelis würden in blutiger Konfrontation versinken. Am Donnerstag waren bei einem Sprengstoffanschlag eines Palästinensers in Jerusalem 15 Menschen getötet worden. Am frühen Freitagmorgen hatte Israel daraufhin Palästinenser-Vertretungen im arabischen Ostteil der Stadt eingenommen und palästinensische Ziele im Gaza-Streifen und dem Westjordanland angegriffen.

Nichts könne die extremistischen Palästinenserorganisationen daran hindern, weitere Anschläge zu verüben, sagte PLO-Vertreter Frangie. "Die Schraube der Gewalt ist so hoch gekommen, dass man nicht mehr alles unter Kontrolle bringen kann." Israelis und Palästinenser bräuchten dringend die Unterstützung der Vereinten Nationen, der Nato, Europas und der USA, um wieder zu einem Dialog und Verhandlungen zu kommen. Dass internationale Aufsicht wirksam sei, habe sich in Bosnien und im Kosovo erwiesen.

Botschafter Stein warf im ZDF den Palästinensern vor, sie drückten sich mit ihrer Forderung nach dem Einsatz internationaler Beobachter vor einer eigenen Entscheidung. Er warf die Frage auf, welche Rolle solche Beobachter spielen sollten. "Hätten sie das jüngste Selbstmordattentat verhindern können?". Zunächst, so meinte Israels Botschafter, sollten beide Seiten den Plan der sogenannten Mitchell-Kommission umsetzen, in dem beide Seiten zu einem Gewaltverzicht aufgerufen werden und ein Baustopp für jüdische Siedlungen in den palästinensischen Autonomiegebieten gefordert wird. Dem solle ein offizieller Waffenstillstand folgen, und dann könnten beide Seiten ihre Gespräche wieder aufnehmen.

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