Politik : Nahost-Politik der USA: Powell sagt Kuwait Schutz vor dem "Bösen" zu

Kuwait/Damaskus (AFP/rtr). Zum zehnten Jahrestag der Befreiung Kuwaits von der irakischen Besatzung hat US-Außenminister Colin Powell dem Emirat Schutz vor dem "Bösen" versprochen. In der Region werde die Freiheit weiter "leben und atmen", sagte Powell am Montag bei einer Festveranstaltung in der US-Botschaft in Kuwait. Auch heute stünden die Verbündeten der damaligen Golfkriegskoalition gegen den irakischen Präsidenten Saddam Hussein zusammen, um einen Schutzschild gegen jegliche Aggressionen zu bilden. An der Zeremonie zum Gedenken an die 300 US-Soldaten, die 1991 im Kampf gegen Irak getötet wurden, nahmen auch der frühere US-Präsident George Bush und der damalige Oberbefehlshaber der alliierten Truppen, US-General Norman Schwarzkopf, teil. Powell war im Golfkrieg US-Generalstabschef.

Powell äußerte während der Veranstaltung die Hoffnung, dass Irak eines Tages wieder in die internationale Gemeinschaft aufgenommen werde. "Wir freuen uns auf den Tag, an dem Irak wieder in der Familie der Nationen willkommen geheißen wird," sagte der US-Außenminister.

Der kuwaitische Verteidigungsminister Dschaber Mubarak el Sabah sagte der Zeitung "El Rai el Am", sein Land werde nach wie vor bedroht. Irak gebe noch immer von Drohungen, Hass und Aufruhr geprägte Erklärungen ab.

Kurz vor Powells Besuch in Syrien kritisierte dessen Regierung die Nahost-Politik der neuen amerikanischen Regierung scharf. Mit der Konzentration ihrer Politik auf Irak missachteten die USA die von Israel getöteten Palästinenser, hieß es am Montag in einem Kommentar der Tageszeitung "El Baath".

Syrien hatte die Alliierten vor zehn Jahren im Golfkrieg unterstützt. In dem offiziellen Blatt der syrischen Staatspartei Baath hieß es am Montag jedoch: Die USA konzentrierten sich nun auf Irak und forderten die Unterstützung der arabischen Staaten ein, ohne die Morde an den Palästinensern und die Zerstörung ihres Hab und Guts zu erwähnen. Syrien habe erwartet, dass Powells Reise zur Wiederbelebung des Friedensprozesses gedacht sei und nicht dazu, die anhaltende Aggression gegen Irak zu rechtfertigen und Israels Handlungen gegen die Palästinenser zu ignorieren.

Auf den vorausgehenden Stationen seiner ersten offiziellen Nahost-Reise - in Ägypten, Israel und bei den Palästinensern - hatte Powell die Bedeutung der internationalen Sanktionen gegen Irak betont und gefordert, dass die Staaten der Region den Schulterschluss gegen Irak üben sollten.

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