Politik : Nahost: Polizei verhindert Selbstmordanschlag in Israel

Die israelische Polizei hat am Mittwoch offenbar in letzter Minute einen Selbstmordanschlag verhindert. Beamte überwältigten nach Behördenangaben in der nordisraelischen Stadt Afula einen Palästinenser, der versucht habe, eine Bombe in seiner Tasche zu zünden. Bei Hebron im Westjordanland erschossen Soldaten nach Angaben von Ärzten eine Palästinenserin, die die israelische Blockade umgehen wollte. Außerdem wurde ein Palästinenser, der der Zusammenarbeit mit Israel beschuldigt wurde, vor seinem Haus im Westjordanland getötet.

Polizisten in Zivil sei ein Mann mit verdächtigem Benehmen in der Innenstadt von Afula aufgefallen, berichtete ein Polizeisprecher. Nach einem Zuruf der Polizisten sei der Verdächtige losgelaufen, die Beamten hätten ihn jedoch zu Boden geworfen. Dabei habe der 30-jährige Palästinenser versucht, einen Auslöser in seiner Hand zu betätigen, offenbar um eine Bombe in seiner Tasche zu zünden. In der Tasche wurden Sprengstoff und Nägel gefunden. Sicherheitsexperten brachten die Bombe später zur gezielten Explosion.

Ein palästinensisches Baby starb im nördlichen Westjordanland im Verlauf der Geburt, nachdem israelische Soldaten die Mutter zwei Stunden lang an einer Straßensperre aufgehalten hatten. Nach palästinensischen Angaben vom Mittwoch war die hochschwangere 30-Jährige mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in einem Auto mit starken Wehen auf dem Weg ins Krankenhaus, wurde jedoch an dem Kontrollpunkt nordöstlich von Nablus aufgehalten.

Unterdessen hat Palästinenserpräsident Jassir Arafat nach einem Zeitungsbericht seinen Stellvertreter Mahmud Abbas (Abu Mazen) wegen angeblicher Illoyalität politisch kaltgestellt. Wie die im Golfstaat Katar erscheinende Zeitung "Al-Watan" unter Berufung auf Angehörige islamistischer Organisationen in der jordanischen Hauptstadt Amman berichtete, soll Abbas bei einem Besuch in Washington vor einigen Monaten mit Vertretern der US-Regierung offen über die Frage der Nachfolge Arafats gesprochen haben. Der Palästinenserpräsident habe davon erfahren und sei darüber so verärgert gewesen, dass er sich seither weigere, mit Abbas zu sprechen.

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