Nahost : Rice brüskiert Olmert

US-Außenministerin Condoleezza Rice hat eine für kommende Woche geplante Reise in die Nahost-Region angesichts der "komplexen" Lage verschoben. Israel reagierte "überrascht" auf die Entscheidung.

Tel Aviv/Washington - Grund für die Absage von US-Außenministerin Condoleezza Rice ist die innenpolitischen Krise um Israels Ministerpräsident Ehud Olmert. Ein ranghohes Mitglied der israelischen Regierung sagte im Rundfunk, dies könne so interpretiert werden, dass die Regierung von US- Präsident George W. Bush nicht an die Möglichkeit von Fortschritten im Nahost-Friedensprozess unter den gegenwärtigen Bedingungen glaube. Er nannte die Absage des Besuchs einen "nie dagewesenen" Vorgang.

Das US-Außenministerium hatte am Montag mitgeteilt, Rice habe ursprünglich eine für den 14. und 15. Mai vorgesehene Visite in Moskau mit dem Besuch in Tel Aviv und und dem Westjordanland verbinden wollen. Davon wolle sie angesichts der "komplexen" Lage in Israel nun absehen. Dies bedeutete keineswegs, dass die USA dem Vorantreiben einer Friedenslösung für den Nahen Osten weniger Augenmerk widmeten.

Olmert befindet sich nach Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts über Versäumnisse der Regierung im Libanon- Krieg unter starkem innenpolitischen Druck. Politische Beobachter sehen jedoch in den letzten Tagen eine Stabilisierung seiner Lage. (tso/dpa)

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