Politik : Nahost: Scharon: Arafat ist Haupthindernis für Frieden

Israelische Soldaten haben in der Nacht zum Donnerstag im Gazastreifen einen Palästinenser erschossen. Der Mann habe versucht, vom Norden des Palästinensergebiets aus mit einem Sprengsatz in israelisches Kerngebiet einzusickern, sagte ein Armeesprecher am Donnerstag. Seinen Angaben zufolge blieb die Leiche zunächst liegen, weil der Sprengsatz noch nicht entschärft war. Zwei andere Palästinenser, die das Opfer begleiteten, seien geflohen. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Kibbutz Nir Am auf israelischem Gebiet. Eine israelische Menschenrechtsorganisation beschuldigte unterdessen Israels Polizei und Armee "stillschweigend wegzusehen", wenn jüdische Siedler Palästinenser töteten oder angriffen. Seit Beginn der Intifada habe es mindestens sechs solcher Morde gegeben, heißt es in einem Bericht der Organisation für Menschenrechte in den besetzten Gebieten. Nur in vier Fällen seien Ermittlungen aufgenommen worden.

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon bezeichnete indes Palästinenser-Präsident Jassir Arafat als das Haupthindernis für eine Friedenslösung in Nahost. Vor Vertretern der jüdischen Gemeinde sagte Scharon am Mittwoch zum Abschluss seines USA-Besuchs in New York, Arafat sei zum Terrorismus zurückgekehrt. Zuvor hatte Scharon die US-Regierung davor gewarnt, Arafat offiziell einzuladen, bevor dieser die Palästinenser nicht aufgefordert habe, ihren seit Monaten andauernden Aufstand zu beenden. UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte Scharon auf, die Absperrung der palästinensischen Autonomiegebiete zu lockern. Die Blockade habe die palästinensische Wirtschaft stark geschwächt, sagte Annan nach Angaben eines UN-Sprechers in einem Gespräch mit Scharon am Mittwochabend.

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