Nahost : "Tal des Friedens" geplant

Israel, Jordanien und die Palästinenser wollen nach Angaben des israelischen Vize-Regierungschefs Schimon Peres den regionalen Frieden fördern - mit einer gemeinsamen Wirtschaftszone.

Davos - Die Einrichtung einer solchen Wirtschaftszone an der Grenze zum Westjordanland sei beschlossen, sagte Peres auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Kooperation solle die Bewirtschaftung der Wasserressourcen, die Landwirtschaft, den Betrieb gemeinsamer Flughäfen und den Tourismus umfassen. Peres verfolgt das Projekt der etwa 500 Kilometer langen "Tal des Friedens" genannten Wirtschaftszone seit Jahren.

"Die drei Länder haben vereinbart, die Grenze zwischen Jordanien, Israel und den Palästinensern in ganzer Länge, 500 Kilometer lang, (...) in eine dauerhafte Wirtschaftszone umzuwandeln", sagte Peres. Damit könne im kommenden Jahrzehnt ein riesiger Markt in der arabischen Welt entstehen. Peres rief die Wirtschaft zu Investitionen auf. Das könne zur Mäßigung des "muslimischen Widerstands" beitragen, sagte Peres während einer Diskussionveranstaltung mit Außenministerin Zipi Livni und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Interessen aller Anlieger sollen vereint werden

Der israelische Vize-Verteidigungsminister Ephraim Sneh sagte, diese Wirtschaftszone könne das gesamte Talgebiet zwischen dem Roten Meer nahe Akaba und dem See Genezareth einnehmen. Das Projekt solle die Interessen aller Anlieger vereinen. Sicher sei dessen Realisierung "keine Sache von Wochen, aber ich glaube es wird passieren". Die Schaffung einer integrierten Wirtschaft von Israel, den Palästinensern und Jordanien stehe "im Mittelpunkt der Zukunft des Nahen Osten", sagte Sneh.

In einem Anfang November von der israelischen Botschaft in Berlin verbreiteten Bericht der Zeitung "Haaretz" war von Kosten in Höhe von rund zehn Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) für das Projekt die Rede. Im Mittelpunkt des Programms stehe die Errichtung eines Kanals von Eilat zum Toten Meer. Das "Tal des Friedens" solle mit privater Finanzierung entstehen. Den Investoren werde von Israel und Jordanien Boden zugeteilt. (tso/AFP)

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