Politik : Nahost: Wer trifft sich wann mit wem?

Andrea Nüsse

Das ist der Stoff, aus dem die nahöstliche Wirklichkeit ist. Palästinenserpräsident Jassir Arafat sitzt mit seinen Beratern im Flughafen Marka in Jordanien, bereit zum Abflug nach Damaskus. In der syrischen Hauptstadt macht sich das palästinensische Empfangskomitee auf den Weg zum Flughafen. Erstaunt stellen es aber fest, dass die syrische Regierungsvertreter, die Arafat empfangen sollten, den Flughafen bereits wieder verlassen. Den Palästinensern wird mitgeteilt, der Besuch sei "verschoben" worden.

Aus politischen Quellen in Syrien heißt es, der Besuch sei auf Arafats Wunsch in letzter Minute abgesagt worden. Nun muss man sich vor Augen halten, dass es sich bei dem geplatzten Besuch nicht um irgendein Routine-Treffen handelte. Es sollte die historische Aussöhnung zwischen PLO und Syrien besiegeln und war bereits seit Wochen immer wieder verschoben worden. Seit dem Abkommen von Oslo 1993 waren die Beziehungen zwischen Arafat und dem syrischen Regime auf einem Tiefpunkt. Arafat lehnt es ab, die Verhandlungen in der Palästina-Frage an Fortschritte bei den Verhandlungen über die Rückgabe des Golan an Syrien zu koppeln - wie dies von Syrien gewünscht werde. Wer auch immer den Besuch in Damaskus hat platzen lassen - entweder Arafat oder Assad müssen über die peinliche Absage so verärgert sein, dass die historische Aussöhnung wieder verschoben wurde.

Trotz der Empörung in Israel über einen "Ausrutscher" des britischen Außenministers Jack Straw will sich Premier Ariel Scharon nun doch mit diesem treffen. Dies habe Scharon telefonisch zugesagt, teilte die Londoner Regierung am Dienstag mit. Straw bezeichnete in Teheran die Autonomen Gebiete als "Palästina". Das seit Wochen geplante Treffen zwischen Israels Außenminister Schimon Peres und Arafat soll nun offenbar am Mittwoch stattfinden.

Handgemenge bei Vedrine-Besuch

Jerusalem (dpa). Während eines Treffens des französischen Außenministers Hubert Vedrine mit palästinensischen Politikern im Ost-Jerusalemer Hotel "American Colony" ist es am Dienstag zu einem Handgemenge zwischen israelischen und französischen Sicherheitsbeamten gekommen. Laut Augenzeugen versuchten die Israelis in den Raum einzudringen, in dem Vedrine mit den Politikern sprach. Als französische Sicherheitsleute dies verhindern wollten, sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen. Am Ende hätten sich die Israelis zurückgezogen.

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