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Nahost : Westliche Botschaften schließen wegen Terrorgefahr

Westliche Staaten schließen ihre Botschaften - aus Angst vor Terror. Es soll Hinweise auf geplante Anschläge von Al-Kaida geben. Wie konkret die Gefahr ist, bleibt bisher jedoch noch im Dunkeln. Eine US-Reisewarnung gilt weltweit.

Deutsche Botschaft im Jemen.
Die deutsche Vertretung im Jemen bleibt aus Sicherheitsgründen für zwei Tage geschlossen.Foto: dpa

Mehrere westliche Länder schließen aus Angst vor Terroranschlägen der Al-Kaida und anderer Organisationen am Wochenende vorübergehend Botschaften. Die USA gaben am Freitag wegen erhöhter Terrorgefahr eine weltweite Reisewarnung heraus und kündigten an, 21 Botschaften und Konsulate in muslimischen Ländern von Mauretanien in Afrika bis ins asiatische Bangladesch am Sonntag nicht zu öffnen.

Die deutsche Vertretung im Jemen bleibt am Sonntag und Montag aus Sicherheitsgründen geschlossen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Weitere Angaben machte er nicht. Auch auf der Internetseite der Botschaft in Sanaa hieß es lediglich, die Einrichtung bleibe am 4. und 5. August für den Besucherverkehr geschlossen.

Zuvor hatte bereits Großbritannien erklärt, seine diplomatische Vertretungen in Sanaa über das Wochenende zu schließen. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums sagte, es handele sich um eine „Vorsichtsmaßnahme“ aber auch, dass die Sicherheitslage zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan in der kommenden Woche den Sicherheitsbehörden Sorge bereite.

Nach Angaben des US-Außenministeriums gibt es Hinweise, dass Al-Kaida oder andere Terrororganisationen Anschläge planten.

US-Ziele im Visier der Terroristen

Besonders gefährdet seien der Nahe Osten, Nordafrika sowie die arabische Halbinsel. Die Gefahr bestehe bis Ende August. Terroristen könnten besonders US-Ziele ins Visier nehmen, aber auch den öffentliche Verkehr oder touristische Infrastruktur. Das State Department wies ausdrücklich darauf hin, dass Al-Kaida in der Vergangenheit Flugzeuge, Züge und U-Bahnen sowie Schiffe angegriffen habe.

Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf US-Beamte, dass neuste Geheimdienstberichte darauf hinwiesen, dass Anschlagsplanungen von Al-Kaida-Terroristen auf der arabischen Halbinsel auf US- und westliche Ziele im letzten Stadium seien. In den vergangenen Tagen habe die seit Wochen andauernde Kommunikation zwischen den Terroristen zugenommen.

Eine weltweite Reisewarnung („Travel Alert“) gilt als außergewöhnlich: Ansonsten warnt das State Department in aller Regel vor Reisen in bestimmte Länder. Ein „Travel Alert“ gilt als eine kurzfristige, ein „Travel Warning“ als langfristige Warnung. Konkrete Hinweise auf Anschläge gab es allerdings nicht.

Auswärtiges Amt in Berlin reagiert gelassener

Das Auswärtige Amt in Berlin veränderte seine Sicherheitshinweise für deutsche Staatsbürger zunächst nicht. Die Sicherheitsvorkehrungen für die deutschen Botschaften würden permanent der aktuellen Sicherheitslage angepasst, sagte der Sprecher am Abend. „Wir stehen dazu in engem Kontakt zu unseren Verbündeten.“ Experten meinen, dass die erhöhte Terrorgefahr mit dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan zusammenhänge. Zudem nähere sich das Datum des 11. September, an dem 2001 bei den Terrorangriffen in New York und Washington rund 3000 Menschen starben. Vor einem Jahr wurden bei einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi vier US-Diplomaten getötet. (dpa/AFP)

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