Nahost : Wieder Schüsse an Grenze zum Libanon

Erstmals seit Ende der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz sind an der libanesisch-israelischen Grenze wieder Schüsse gefallen. Nun soll die Unifil-Truppe verstärkt werden.

Tel Aviv/Beirut - Nach Angaben israelischer Sicherheitskreise hätten Bewaffnete auf der libanesischen Seite in der Nähe israelischer Truppen in die Luft geschossen. Bei den Bewaffneten habe es sich möglicherweise um libanesische Soldaten gehandelt. Als sie auf Zurufe, das Feuer einzustellen, nicht reagiert hätten, hätten die israelischen Soldaten zurückgeschossen. Nach Angaben beider Seiten gab es keine Verletzten.

Die Unifil-Truppe wertete den Schusswechsel an der Grenze als "ernst". Libanesische Soldaten hätten das Feuer eröffnet, als israelische Einheiten auf ihrer Seite des Grenzstreifens Minen räumen wollten. Die Unifil sei in Kontakt mit der israelischen und der libanesischen Armee gewesen und habe beide Seiten zur Einstellung der Kämpfe aufgefordert, sagte Unifil-Sprecher Milos Struger. Kurz vor Mitternacht sei der Schusswechsel beendet worden.

Israel: Suchaktion nach Sprengsätzen

Nach Angaben des israelischen Militärs fand die Suchaktion auf der israelischen Seite der Grenze statt. In der betroffenen Region hatte die israelische Armee am Montag vier von der libanesischen Hisbollah- Miliz gelegte Bomben gefunden. Angesichts der israelischen Aktion entsandte die libanesische Armee danach einen Aufklärungstrupp von rund 70 Soldaten an die Grenze. Die israelischen Soldaten planierten nach den Angaben der Armee den Boden. Dies solle es der Hisbollah erschweren, Sprengsätze unter Steinen zu verstecken.

Als Konsequenz aus dem Gefecht soll die UN-Truppe in dem Gebiet verstärkt werden. Es sollten 200 französische und italienische Blauhelm-Soldaten, Panzer sowie Artilleriegeschütze verlegt werden, teilte der französische Generalstab mit. Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez ordnete unterdessen an, die Armee solle mit Härte auf weitere Angriffe reagieren. Israel habe aber kein Interesse an einer Eskalation. (tso/dpa)

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