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Nahostkonflikt : Damaskus: Israelischer Luftangriff auf Militärforschungszentrum

Die israelische Luftwaffe hat nach syrischen Armeeangaben ein militärisches Forschungszentrum in der Nähe der Hauptstadt Damaskus bombardiert. Dabei seien am Mittwoch das Gebäude zerstört und zwei Arbeiter getötet worden. Israelische Sicherheitskreise berichteten zudem von einem israelischen Luftangriff auf einen Waffenkonvoi.

Die syrische Armee teilte mit, die Forschungsanlage in Dschamraja sei am frühen Morgen angegriffen worden. Es habe sich um einen „Akt der Aggression“ gehandelt, der „große materielle Schäden verursacht und das Gebäude zerstört“ habe, hieß es in einer Mitteilung der Armee, die von der amtlichen Nachrichtenagentur Sana veröffentlicht wurde. Israel habe „den syrischen Luftraum verletzt“. Die Kampfflugzeuge seien in geringer Höhe unterhalb des Radars geflogen.
Anwohner sagten der Nachrichtenagentur AFP, in der Nacht seien sechs Raketen in einer Forschungseinrichtung des syrischen Militärs eingeschlagen und hätten diese teilweise zerstört. Nach dem Angriff sei ein Feuer ausgebrochen.
Den Armeeangaben zufolge arbeitete die Einrichtung daran, Syriens „Fähigkeit zum Widerstand und zur Selbstverteidigung“ zu erhöhen. In den vergangenen Monaten hätten „terroristische Gruppen“ mehrfach vergeblich versucht, die Anlage einzunehmen. Israel arbeite mit Ländern zusammen, die Syrien feindlich gesinnt seien.
Damaskus bezeichnet die Aufständischen im eigenen Land regelmäßig als „Terroristen“, die vom Ausland finanziert und bewaffnet würden.
Ein israelischer Armeesprecher wollte sich zu den Berichten nicht äußern. Auch ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington lehnte eine Stellungnahme ab. Der Chef des israelischen Militärgeheimdiensts, Avi Kotschavi, hält sich derzeit in Washington auf, wie Vertreter des US-Verteidigungsministeriums AFP sagten.

Die syrische Armee dementierte ihrerseits Berichte, wonach die israelische Luftwaffe einen Waffentransport nahe der Grenze zum Libanon angegriffen habe. Israelische Sicherheitskreise hatten von einem Angriff der Luftwaffe nahe der syrisch-libanesischen Grenze gesprochen. Demnach wurde der Waffenkonvoi in der Nacht zum Mittwoch auf dem Weg in den Libanon auf syrischem Gebiet angegriffen. Nach Angaben der libanesischen Armee hatten allein am Dienstag 16 israelische Kampfjets den ganzen Tag über das libanesische Staatsgebiet überflogen.
Israel hatte wiederholt mit Angriffen auf Konvois gedroht, die Chemiewaffen oder andere Waffen zur radikalislamischen Hisbollah-Miliz in den Libanon bringen könnten. Am Sonntag verlegte die israelische Armee zwei Batterien des neuen Raketenabwehrsystems „Eiserne Kuppel“ in den Norden des Landes. Zudem rief Regierungschef Benjamin Netanjahu zur Wachsamkeit vor den Bedrohungen für Israels Sicherheit auf - unter anderem aus Syrien. (AFP)

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