Nahostkonflikt : Waffenruhe beendet: Israel setzt Gaza-Attacke fort

Kurze Ruhepause für die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen: Nach einer dreistündigen Feuerpause setzte die israelische Armee ihre Offensive fort. Bei neuen Angriffen wurden neun Palästinenser getötet – darunter drei kleine Mädchen.

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Bei neuen israelischen Angriffen auf den Gazastreifen kamen mindestens neun Personen ums Leben. -Foto: dpa

Gaza/Tel Aviv Das israelische Militär hat nach einer dreistündigen humanitären Feuerpause am Mittwoch seine Angriffe im Gazastreifen mit unverminderter Härte fortgesetzt. Dabei kamen nach palästinensischen Angaben mindestens neun Menschen ums Leben, unter ihnen drei kleine Mädchen im Alter zwischen zwei und sechs Jahren. Die Kinder seien getötet worden, als eine israelische Panzergranate in ihrem Haus im Flüchtlingslager Dschebalia nördlich von Gaza einschlug, berichteten Augenzeugen aus der Nachbarschaft.

Bei einem israelischen Luftangriff wurden bei Beit Lahia im nördlichen Gazastreifen vier Männer in ihrem Auto getötet, wie Ärzte und Augenzeugen berichteten. Zunächst war nicht klar, ob es sich bei ihnen um Militante oder Zivilisten handelte.

Hamas feuert drei Raketen auf Israel

Augenzeugen berichteten von weiteren israelischen Angriffen im gesamten Gazastreifen. Die radikalislamische Hamas feuerte mindestens drei Raketen auf Südisrael ab.

Zuvor waren am Mittwoch nach palästinensischen Angaben bei israelischen Angriffen mindestens 17 Menschen getötet worden. Nach israelischen Militärangaben wurden am selben Tag neun israelische Soldaten leicht verletzt.

UN-Hilfswerk fordert dauerhafte Waffenruhe

Ein Vertreter des UN-Hilfswerks UNRWA erklärte indes, das die dreistündige Feuerpause nicht ausgereicht habe, um auch nur annähernd angemessene Hilfe zu leisten. "Wir brauchen eine dauerhafte Waffenruhe, um 750.000 hilfsbedürftige Menschen regulär mit Gütern und Dienstleistungen versorgen zu können", sagte der UNRWA-Sprecher.

Israel hatte die Kampfhandlungen am Mittwochnachmittag vorübergehend eingestellt, um Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung zu ermöglichen. Auch die radikal-islamische Hamas schoss in der Zeit von 13:00 bis 16:00 (Ortszeit) keine Raketen auf südisraelisches Gebiet ab. (iba/dpa)

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