Nahostkrieg : Angespannte Waffenruhe

Die Waffenruhe im Nahen Osten wird zumindest weitgehend eingehalten. Israel beschuldigt die Hisbollah-Milizen allerdings, erneut Raketen abgefeuert zu haben.

Jerusalem/Beirut - Rund ein dutzend Geschosse seien in der Nacht zum Dienstag bei israelischen Stellungen im Südlibanon eingeschlagen, sagte ein israelischer Armeesprecher. Es handelt sich um den ersten Raketenbeschuss durch die Hisbollah seit dem Inkrafttreten einer Waffenruhe am Montagmorgen. Diese soll nach rund einmonatigen Kämpfen zwischen Israel und der Hisbollah die Gewalt beenden. Die israelihschen Soldaten hätten den Beschuss nicht erwidert. Die Raketen hätten niemanden verletzt und keine Schäden verursacht. Beim einzig weiteren schwereren Zwischenfall waren nach israelischen Angaben am Montag vier Hisbollah-Kämpfer getötet worden, die angeblich israelische Soldaten angegriffen hatten. Die Hisbollah jedoch bestritt die Vorfälle.

Bush: "Hisbollah hat Niederlage erlitten"

US-Präsident George W. Bush sagte in Washington: "Die Hisbollah hat die Krise begonnen und eine Niederlage erlitten". Die Verantwortung für das Leiden des libanesischen Volkes tragte die Hisbollah fügte er hinzu. Auch die "staatlichen Förderer des Hisbollah, Iran und Syrien" seien für die Gewalt verantwortlich. Bush sagte voraus, dass der Einfluss der schiitischen Miliz im Libanon sinken werde.

Die Vereinten Nationen hätten bisher keine "spezifischen Zusagen", sagte Stephane Dujarric, Sprecher von UN-Generalsekretär Kofi Annan. Die Diskussionen würden aber fortgeführt. Annan sprach am Montag mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana sowie mit französischen und anderen Regierungsvertretern. Die UN-Resolution 1701 sieht den Abzug der israelischen Armee aus dem Süden des Libanons vor. Stattdessen sollen dort 15.000 libanesische Soldaten stationiert werden, denen eine ebenso hohe Zahl von Blauhelm-Soldaten zur Seite stehen sollen. Bisher sind in der Region nur rund 2000 UN-Soldaten vertreten.

Steinmeier in Syrien

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier will am Dienstag auf dem zweiten Tag seiner Nahost-Reise bei seiner Reise nach Damaskus unter anderem über die Mitwirkung Syriens bei der Umsetzung der Libanon-Resolution der Uno sprechen. Auch ein Gespräch mit dem syrischen Präsidenten Assad ist geplant. Steinmeier hatte bereits vor zwei Wochen betont, dass Syrien ein zu wichtiger Akteur in der Region sei, um ihn auf Dauer außen vor zu lassen. Das international isolierte Syrien gilt neben dem Iran als der wichtigste Verbündete der radikal-islamischen Hisbollah. Vor seiner Abreise nach Damaskus wird Steinmeier in Amman mit dem jordanischen König Abdallah II. zusammentreffen. (tso/AFP)

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