Nahrungsmittelpreise : Ban Ki Moon warnt vor "globaler Krise"

Zur Bekämpfung der internationalen Ernährungskrise fordert UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Sofortmaßnahmen der internationalen Gemeinschaft - und kündigt einen Krisengipfel der Vereinten Nationen an.

WienVor dem Hintergrund der aktuellen Welternährungskrise fürchtet UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dass die weltweit steigenden Preise für Nahrungsmittel zu einer "globalen Krise" führen könnten. "Wir müssen umgehend gemeinsam Maßnahmen ergreifen", warnte der Generalsekretär am Freitagnachmittag in Wien.  Die Entwicklung auf den Märkten habe dazu geführt, dass bereits etwa 100 Millionen Menschen in eine Krise getrieben worden seien, sagte Ban. Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) zufolge habe die Preisexplosionen für Getreide in 37 armen Ländern zu einer Notsituation mit Hungerrevolten geführt. Ban kündigte ein Treffen mit Vertretern der FAO, dem Welternährungsprogramm (WFP) und der Weltbank für Anfang kommender Woche in Bern an, bei dem über die Nahrungsmittelkrise beraten werden soll.

"Kurzfristig müssen wir uns um die humanitären Krisen kümmern, die auf den ärmsten Völkern der Welt lasten", sagte Ban und warnte davor, dass die Krise weltweit noch weitere 100 Millionen Menschen in den Hunger treiben könnte. Er wiederholte vor diesem Hintergrund die Forderung des WFP nach 775 Millionen Dollar (rund 500 Millionen Euro) Soforthilfe.

Umfassende Lösung gefordert

Ban betonte zugleich, dass es für die Nahrungsmittelkrise keinen einzelnen Grund gebe. Vielmehr seien auch die hohen Kosten für Treibstoff und veränderte Essgewohnheiten dafür verantwortlich. Aus diesem Grund müsse man auch nach einer "umfassenden" Lösung suchen. Langfristig müssten die politischen Führer der internationalen Gemeinschaft nach Mitteln suchen, die das Wirtschaftssystem verbessern und die Produktion von Nahrungsmitteln fördern würden, betonte der südkoreanische Politiker.

Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hatte sich bereits am Montag für eine Reform der weltweiten Agrarpolitik ausgesprochen. Für die rasante Preissteigerung seien vor allem die Herstellung von Biokraftstoff und politische Maßnahmen wie Exportstopps verantwortlich, zitierte ihn die britische Zeitung "Financial Times". (jam/AFP/dpa)

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