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Narendra Modi trifft Nawaz Sharif : Indiens Premier reist überraschend nach Pakistan

Indiens Premier Narendra Modi will mit einer Visite in Pakistan Friedensgespräche anstoßen. Er traf sich am Freitag eine Stunde mit seinem Kollegen Nawaz Sharif.

Indiens Premier Narendra Modi (rechts) wurde am Flughafen in Lahore von seinem pakistanischen Kollegen Nawaz Sharif begrüßt.
Indiens Premier Narendra Modi (rechts) wurde am Flughafen in Lahore von seinem pakistanischen Kollegen Nawaz Sharif begrüßt.Foto: AFP

Indiens Ministerpräsident Narendra Modi hat Pakistan am Freitag eine überraschende Kurzvisite abgestattet, um die Tür für Friedensgespräche aufzustoßen. Es handelt sich um den ersten Besuch eines indischen Regierungschefs beim Erzfeind seit mehr als zehn Jahren. Der pakistanische Premierminister Nawaz Sharif umarmte Modi beim Empfang auf dem Flughafen in der Stadt Lahore im Osten des Landes, wie das staatliche Fernsehen zeigte.

Ein Sprecher Sharifs sagte, die beiden wollten über eine Reihe bilateraler Angelegenheiten sprechen, darunter den Streit um die Kaschmir-Region. Ein naher Vertrauter Modis bezeichnete den Besuch als spontane Entscheidung, der allerdings keine plötzliche Wende in der Politik Indiens bedeute. Modi hatte zuvor bereits mit Sharif telefoniert und ihm zum 66. Geburtstag gratuliert.

Eine Stunde lang sprachen die beiden Regierungschefs schließlich in eine Stunde lang in Sharifs Haus nahe Lahore. Das Gespräch sei in angenehmer Atmosphäre verlaufen, hieß es im pakistanischen Staatssender PTV. Der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums teilte mit, Modi und Sharif hätten sich darauf geeinigt, die Kontakte auszuweiten und verstärkt an gutnachbarschaftlichen Beziehungen zu arbeiten.

Die zwei Regierungschefs hatten bereits im November am Rande des Weltklimagipfels in Paris ein kurzes Gespräch geführt. Daraufhin war der indische Außenminister Sushama Swaraj nach Pakistan gereist. Es war der erste derartige Besuch seit drei Jahren.

Streitpunkte sind Kaschmir und die Anschläge von Mumbai

Modi hatte nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr die Initiative ergriffen, um das angespannte Verhältnis zu dem Rivalen Pakistan zu verbessern. Bislang gelang jedoch keine Annäherung zwischen den beiden Atomwaffenstaaten. Das Verhältnis von Indien und Pakistan ist seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 angespannt. Seit der Aufteilung des Subkontinents führten Indien und Pakistan drei Kriege gegeneinander, umstritten blieb besonders die Region Kaschmir.

Ein weiterer Streitpunkt sind die Anschläge in Mumbai vom November 2008, bei denen 166 Menschen getötet wurden. Die indische Regierung warf Islamabad wiederholt vor, den Hintermännern der Anschläge Unterschlupf zu gewähren. Als die pakistanischen Behörden im April den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Zaki-ur-Rehman Lakhvi, gegen Kaution freiließen, wurde dies von Indien scharf kritisiert. (rtr/AFP/dpa)


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