Natalja Estemirowa : Bestürzung über Mord an russischer Menschenrechtlerin

Der Mord an der russischen Menschenrechtlerin Natalja Estemirowa hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Die Kollegin von Anna Politkowskaja war in Grosnyj entführt worden.

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Natalja Estemirowa.Foto: dpa

Die Europäische Union verurteilte die Tat auf das Schärfste, ebenso wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier. In einer in der Nacht zum Donnerstag verbreiteten Erklärung der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft werden die russischen Behörden aufgefordert, den Mord "schnell und gründlich aufzuklären" und die Täter zur Verantwortung zu ziehen.

"Der Mord an Natalja Estemirowa im Nordkaukasus richtet die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit, Menschenrechtler in Russland zu schützen", heißt es in der EU-Erklärung weiter.

Die Menschenrechtlerin war am Mittwochmorgen in Grosnyj, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tschetschenien, entführt worden. Wenige Stunden später wurde ihre Leiche in der Nachbarrepublik Inguschetien entdeckt.

Die Aktivistin galt, ähnlich wie die 2006 getötete regierungskritische Tschetschenien-Reporterin Anna Politkowskaja, als Kämpferin für die Menschenrechte im Nordkaukasus. Die Aktivistin hatte sich mit kritischen Berichten über das Verschwinden von Zivilisten in Tschetschenien wiederholt den Zorn der moskautreuen Machthaber zugezogen. Wie Politkowskaja schrieb sie regelmäßig Beiträge für die oppositionsnahe Zeitung Nowaja Gaseta.

"Ich bin bestürzt über die Ermordung von Natalja Estemirowa und verurteile diese feige Tat auf das Schärfste", sagte Steinmeier am Mittwochabend in Berlin. Estemirowa sei eine mutige Kämpferin für die Menschenrechte im Nordkaukasus gewesen.

Auch Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew reagierte mit Empörung auf die Tat. Der Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, warf den Tätern vor, sie hätten mit diesem Verbrechen das Ansehen der Völker der Republiken Tschetscheniens und Inguschetiens "in den Dreck gezogen".

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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