Politik : Nationalelf wohnt zur WM in Berlin

Christoph Kieslich

Rust/Berlin - Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird vor und während der Weltmeisterschaft 2006 ihr Quartier in Berlin beziehen. Damit hat sich die sportliche Führung um Bundestrainer Jürgen Klinsmann durchgesetzt. Ursprünglich hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Leverkusen als Standort ausgewählt. „Ich halte Berlin nicht für eine mutige, sondern für eine logische Entscheidung“, sagte Klinsmann im Gespräch mit dem Tagesspiegel. „Auch Leverkusen hätte sehr gute Bedingungen geboten, aber wir finden nun mal, dass wir jetzt besser nach Berlin passen.“

Die Nationalmannschaft wird im Schlosshotel Grunewald wohnen und auf dem Vereinsgelände von Hertha BSC trainieren. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sagte: „Das ist eine tolle Entscheidung des DFB. Ich bin sicher: Der Geist vom Grunewald wird die deutsche Elf beflügeln.“ Die Entscheidung fiel nach einer mehrstündigen Sitzung des DFB-Präsidiums. „Es waren keine einfachen Gespräche“, räumte Teammanager Oliver Bierhoff ein. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder sagte, der Verband werde sich bei den Leverkusenern „auf geeignete Weise revanchieren“. Im DFB wird diskutiert, Leverkusen mit zwei Länderspielen zu entschädigen. Oliver Bierhoff strich die logistischen Vorzüge des Standortes in Grunewald heraus: die Nähe zum Flughafen und die Nähe zu den Trainingsplätzen von Hertha. Nach Bierhoffs Ansicht spricht auch die Atmosphäre für Berlin: „Wir wollen den Schwung und die Spannung mitnehmen, die während der WM in Berlin herrschen wird.“ Die WM beginnt am 9. Juni 2006. Die Nationalelf wird am 20. Juni in Berlin ihr letztes Gruppenspiel bestreiten. Sollte sie das Viertelfinale erreichen, käme sie wieder nach Berlin. Dort findet am 9. Juli auch das Endspiel statt.

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