Politik : Nationaler Ethikrat: Großbritannien: Mächtige Berater

Matthias Thibaut

Zum Thema Online Spezial: Die Debatte um die Gentechnik Manche denken, in Großbritannien werde mehr über den Schutz des Fuchses als die Ethik der Genforschung diskutiert. Doch die Debatte geht weit zurück in die frühen achtziger Jahre, als eine von der Oxforder Philosophin Lady Warnock geleitete Kommission die Grundlagen für das "Human Fertilisation and Embryology" Gesetz von 1990 legte. Es erlaubt das Experimentieren mit Embryos bis zu 14 Tagen nach der Befruchtung, doch müssen alle Laboreingriffe von der "Human Fertilisation and Embryology Authority" genehmigt und registriert werden. Die 1996 gegründete "Human Genetics Advisory Commission" entsprach entfernt dem Ethikrat des Bundeskanzlers, ging 1999 aber mit anderen Gremien in der "Human Genetics Commission" (HGC) auf. Diese unabhängige Kommission hat heute die zentrale Kompetenz in der Vermittlung zwischen gesellschaftlicher Debatte und gesetzgeberischen Prozessen. So legte die HGC beispielsweise Berichte über den gesetzlichen Handlungsbedarf im Versicherungsbereich vor und führte eine viel beachtete Untersuchung über die Einstellung der Öffentlichkeit zur Gentechnik durch. Ihre und die Berichte der Vorläuferorganisationen waren Grundlage der Gesetzgebung, nach der Großbritannien das therapeutische Klonen erlaubt, das Klonen von Menschen aber als erstes Land der Welt verboten hat.

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