Politik : Nato drängt Athen

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Im Streit um die geplante EU-Eingreiftruppe wächst der Druck auf Griechenland. Nato-Generalsekretär Robertson forderte am Donnerstag nach einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Simitis in Athen eine rasche Lösung der Kontroverse. Griechenland sperrt sich gegen einen von Großbritannien und den USA mit der Türkei ausgehandelten Kompromiss, der Ankara weitgehende Mitbestimmungsrechte beim Einsatz der geplanten EU-Truppe in der türkischen Interessenssphäre einräumt. Dazu gehören der Balkan, Nahost, vor allem aber die Ägäis und Zypern.

Die Athener Regierung will, dass Entscheidungen über den Einsatz der Truppe, die auf Nato-Einrichtungen zurückgreifen soll, nur von EU-Mitgliedern getroffen werden. Die Türkei als Nato-Land habe nur einen Anspruch auf Konsultation, aber kein Mitbestimmungsrecht. Athen kritisiert auch, dass Großbritannien und die USA den Kompromiss mit Ankara ohne ein EU-Mandat aushandelten. Das Papier, so Simitis, sei für Griechenland nicht akzeptabel. Robertson sagte, er verstehe die Vorbehalte; der Streit müsse aber bis Jahresende beigelegt sein, damit die Truppe einsatzfähig werde.

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