Politik : Nato-Generalsekretär Robertson verlangt intensiveren Aufbau der zivilen Verwaltung

Nato-Generalsekretär Robertson hat von der internationalen Gemeinschaft eine vergleichsweise geringe Investition im Kosovo gefordert, um den Frieden zu sichern und eine zivile Gesellschaft aufzubauen. Auf diese Weise könne eine wesentlich kostspieligere Krise in der Zukunft vermieden werden, erklärte Robertson am Montag nach einer Unterredung mit UN-Generalsekretär Annan in New York.

Derzeit befinde sich die Kosovo-Mission auf einem schmalen Grad zwischen Erfolg und Misserfolg, sagte Robertson weiter. Zwar habe der Einsatz der Friedenstruppe KFOR dazu geführt, die Gewalt im Kosovo im Zaum zu halten. Der Aufbau einer zivilen Verwaltung hinke jedoch hinterher, sagte Robertson. "Unser gegenwärtiges Problem ist, dass eine sehr kleine Investition den Unterschied ausmacht zwischen Erfolg oder dem Risiko, später vor einem Sicherheitsproblem zu stehen, dass die internationale Gemeinschaft wesentlich mehr kosten wird", sagte Robertson. Er habe sein Anliegen den 16 Staats- und Regierungschefs der Nato-Mitglieder vorgetragen und sei auf Verständnis gestoßen. Dennoch fehle der Kosovo-Mission noch Geld.

Der Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Vollebaek, erklärte in New York, die jugoslawische Regierung und die albanische Führung müssten dem Beispiel Südafrikas folgen und begangenes Unrecht zugeben. Dort hätten die politische Führer des Apartheidregimes zugegeben, dass Rassismus falsch sei. Auch die albanischen Führer müssten Gewalt gegen Serben verurteilen.

Visa-Sperre erweitert

Brüssel (AFP). Die Europäische Union hat knapp 300 Kollaborateure der Belgrader Führung auf die Liste der in den 15 Mitgliedsstaaten unerwünschten jugoslawischen Staatsbürger gesetzt. Die EU-Außenminister beschlossen am Montag in Brüssel, die Liste zu erweitern. Sie umfasst nun 588 statt bisher 305 Namen. Die Erweiterung der Liste betrifft jugoslawische Staatsbürger, die zwar nicht an der Staatsführung beteiligt sind, jedoch die Regierung von Präsident Milosevic finanziell unterstützt haben. Es handelt sich in erster Linie um Unternehmer und Bankiers.

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