Nato : Rasmussen erklärt Kandidatur

Trotz des Widerstandes der Türkei hat Dänemarks Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen am Vorabend des Nato-Jubiläumsgipfels offiziell seine Kandidatur für das Amt des Generalsekretärs angemeldet.

Brüssel/Kopenhagen Kopenhagener Medien meldeten am Donnerstag übereinstimmend, der dänische NATO-Botschafter habe dies bei einer kurzfristig einberufenen Sitzung seinen Kollegen verkündet. Da der Widerstand der Türkei gegen die Ernennung des Dänen auch hier aufrechterhalten worden sei, müssten die Staats- und Regierungschefs beim Gipfel selbst entscheiden, hieß es weiter.

Als möglich gilt auch eine Vertagung bis zum Juli, eher der derzeitige Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer aus den Niederlanden zum 1. Juli abtritt. Beobachter in Kopenhagen werteten die offizielle Mitteilung der Kandidatur als Versuch Rasmussens, den Druck für eine Entscheidung zu seinen Gunsten zu erhöhen. Die führenden westeuropäischen NATO- Mitglieder hatten sich bereits hinter den Kulissen ebenso wie die USA für den Dänen ausgesprochen.

Als unklar gilt, wie diese Länder auf den erst später formulierten Widerstand der Türkei reagieren. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte vor einer Woche, es gebe die Forderung nach einem Veto seines Landes aus islamischen Ländern wegen Rasmussens Rolle bei den umstrittenen Mohammed-Karikaturen der Zeitung „Jyllands-Posten“ aus dem Jahr 2005. Beobachter in Dänemark gehen davon aus, dass Rasmussen auch bei einer Entscheidung für einen anderen Kandidaten sein Amt als Regierungschef in Kopenhagen zügig an den derzeitigen Finanzminister Lars Løkke Rasmussen abgeben wird. (cl/dpa)

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