Nato : Tornados nach Südafghanistan?

Die Nato hat bei Deutschland Tornados zur Luftaufklärung und -überwachung in Afghanistan angefordert. Die Einsatzgebiete der Jets sei offenbar nicht auf den Norden des Landes begrenzt.

Berlin - Wie der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums, Thomas Raabe, mitteilte, wurde eine entsprechende Anfrage des Nato-Oberkommandos Europa an den Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, übermittelt. Darüber habe Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) das Kabinett informiert. "Es geht darum, identifizierte Lücken zu schließen", sagte Raabe weiter. Er kündigte an, die Bundesregierung werde die Anfrage nun zunächst prüfen und dann "zu einem geeigneten Zeitpunkt" darüber entscheiden.

Die Anfrage bezieht sich den Angaben zufolge auf die Bereitstellung bestimmter militärischer Fähigkeiten; sie ist aber nicht auf ein Einsatzgebiet begrenzt. Während bislang die Bundeswehr in erster Linie im Norden Afghanistans tätig ist, könnte die nun abgefragte Fähigkeit "auch in anderen Teilen zum Einsatz kommen", sagte Raabe weiter. Er fügte hinzu, die Bundesregierung werde die Angelegenheit möglicherweise noch in den Gremien der Nato zur Sprache bringen. Zunächst würden aber das Verteidigungs- und das Außenministerium die Obleute der Fraktionen in den jeweils zuständigen Bundestagsausschüssen unterrichten.

Zu Einzelheiten der Anfrage äußerte sich Raabe zunächst nicht. Er schloss aber auf Nachfragen nicht aus, dass möglicherweise Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr des Typs RECCE-Tornado über die angeforderten Fähigkeiten verfügen würden. Es gehe aber bei der Anfrage um verschiedene Aspekte der Luftaufklärung. Die zusätzlichen Kräfte würden gegebenenfalls im Rahmen der internationalen Isaf-Truppe zum Einsatz kommen. Die Bekanntgabe einer Entscheidung sei aber bis Jahresende nicht mehr zu erwarten. (tso/AFP)

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