Politik : Nato will Risiko für Soldaten minimieren Beratungen über Afghanistan-Konzept

Brüssel - Nato-Soldaten sollen in Afghanistan nach 2014 weder an Kampfeinsätzen teilnehmen noch Operationen der afghanischen Armee begleiten – so steht es laut „Spiegel Online“ in einem Strategiekonzept des Verteidigungsbündnisses, über das die Staaten der Allianz am Dienstag in Brüssel beraten haben. Entschieden wurde über das Konzept für „Rahmennationen“, das der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) im Juni vorgelegt hatte, allerdings nicht. Einige Minister hätten Fragen gestellt und wollten nach weiteren Arbeiten im Februar kommenden Jahres erneut über das Konzept sprechen, sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nach den Beratungen am Dienstagabend.

Die Nato will bis Ende 2014 ihre Kampftruppen aus Afghanistan abziehen, die afghanischen Sicherheitskräfte aber auch anschließend weiter beraten und trainieren. Für diese Ausbildungsmission sollen 8000 bis 12 000 Soldaten eingesetzt werden. Einen Beschluss über die künftige Truppenstärke gibt es bisher nicht.

Während sich Großbritannien am Dienstag eindeutig hinter die deutsche Initiative stellte, kamen aus anderen Ländern Bedenken. Die beabsichtigte Spezialisierung einzelner Staaten auf bestimmte militärische Fähigkeiten könnte gefährliche Konsequenzen haben, hieß es am Rande des Nato-Verteidigungsministertreffens in Diplomatenkreisen. So stelle sich die Frage, wie der Zugang anderer Staaten zu diesen militärischen Mitteln geregelt werden solle. Als Fähigkeiten werden beim Militär unterschiedlichste Aufgabenbereiche wie Logistik, Aufklärung, Kampftruppen oder die Bereitstellung medizinischer Hilfe im Einsatz bezeichnet. Die deutsche Initiative hat zum Ziel, dass sich unter der Führung eines größeren Nato-Staates mehrere Länder zusammentun, um gemeinsam bestimmte dieser Fähigkeiten bereitzustellen oder in Abstimmung mit der Rüstungsindustrie zu entwickeln. AFP/rtr

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