Politik : Naturschützer wollen weniger Kohlekraftwerke

Berlin - Der Naturschutzbund (Nabu) hat Olaf Tschimpke erneut zu seinem Vorsitzenden gewählt. Die Delegierten wählten den 51-Jährigen, der bereits seit 2003 Nabu-Chef ist, auf der Bundesvertreterversammlung in Hamburg mit großer Mehrheit für weitere vier Jahre ins Amt. Angesichts der Diskussionen um Klimawandel und Artensterben forderte Tschimpke ein neues ökologisches Werte- und ein nachhaltiges Wirtschaftssystem. „Der Erhalt von Landschaften und Ökosystemen und ihrer Lebewesen darin ist genauso wichtig wie der Kampf gegen den Klimawandel“, sagte er.

Ein Schwerpunkt der Bundesvertreterversammlung war die Energiepolitik. Mit Blick auf die Novelle des Erneuerbare- Energien-Gesetzes forderte der Nabu ökologische Mindeststandards für den Anbau von Energiepflanzen. So müsse der Maisanteil beim Anbau von Energiepflanzen für die Biogaserzeugung auf maximal 50 Prozent begrenzt werden. Die Delegierten verlangten unter anderem auch ein sofortiges Moratorium für den Bau neuer Kohlekraftwerke. Insgesamt sind laut Nabu in Deutschland derzeit 24 neue Kohlekraftwerke geplant. Sie würden rund 200 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid pro Jahr zusätzlich ausstoßen.

Zum Auftakt der Bundesvertreterversammlung hatten bereits rund 200 Delegierte in der Hamburger Innenstadt demonstriert. Sie forderten die Energiekonzerne auf, keine Kohlekraftwerke mehr zu bauen und stärker in erneuerbare Energien zu investieren. AFP

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