Nazi-Verbrechen : US-Gericht stoppt Auslieferung von mutmaßlichem KZ-Wächter

Der mutmaßliche Kriegsverbrecher John Demjanjuk bleibt vorerst in den USA. Ein Gericht im Staat Virginia setzte seine für dieses Wochenende geplante Abschiebung nach Deutschland aus.

WashingtonGrund für die Entscheidung der Richter war der schlechte Gesundheitszustand Demjanjuks. Die Anwälte des 89-Jährigen hatten argumentiert, die körperliche Verfassung erlaube keine Überstellung nach Deutschland. Der gebürtigen Ukrainer leide unter einer Knochenmarkserkrankung, Nierenversagen sowie rheumatischen Beschwerden.

In der Anweisung des Gerichts in Arlington im US-Bundesstaat Virginia hieß es nun, die Abschiebung Demjanjuks bleibe so lange ausgesetzt, bis entschieden sei, ob ein Verfahren gegen ihn wiederaufgenommen werden könne. Eine Sprecherin des Bundesministeriums in Berlin sagte, sie wisse noch nicht, wie es nun weitergehe. Es handele sich um eine inneramerikanische Angelegenheit. Um die Entscheidung prüfen zu können, müsse man sie zunächst kennen.

Die Staatsanwaltschaft München hat die Auslieferung Demjanjuks beantragt und wirft ihm Beihilfe zum Mord an 29.000 Juden im Vernichtungslager Sobibor im Jahr 1943 vor. Demjanjuk bestreitet, an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen zu sein. (rf/rtr/dpa)

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