Nazi-Vergangenheit : Früherer SS-Mann im Allgäu verhaftet

Der frühere SS-Mann Sören Kam ist in Kempten im Allgäu verhaftet worden. Der 84-jährige Deutsche wurde aufgrund eines vom dänischen Justizministerium ausgestellten Europäischen Haftbefehls festgenommen.

Kempten - Sören Kam wird vorgeworfen, als SS-Mann am 30. August 1943 im dänischen Lyngby zusammen mit weiteren Personen den Journalisten Carl Henrik Clemmensen erschossen zu haben. Nach einer Vorführung beim Amtsgericht Kempten wurde er in die Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim gebracht. Das Oberlandesgericht München müsse nun über die Zulässigkeit der Auslieferung entscheiden.

US-Behörden weisen Leipzigerin aus

Die US-Behörden haben unterdessen die ehemalige Leipzigerin Elfriede Lina Rinkel wegen ihrer angeblichen NS-Vergangenheit ausgewiesen. Die heute 84-Jährige soll zwischen Juni 1944 und Kriegsende als Aufseherin im damaligen KZ Ravensbrück gearbeitet haben. Ihre Akten würden jetzt an die Staatsanwaltschaft Köln weitergegeben, sagte der Leiter der Zentralstelle zur Verfolgung von NS-Gewaltverbrechen Ludwigsburg, Kurt Schrimm.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf das US-Justizministerium berichtet, soll die 1922 in Leipzig als Elfriede Huth geborene Frau Ende der 50er Jahre in die USA ausgewandert sein und dort den jüdischstämmigen Fred William Rinkel geheiratet haben. Der Mann starb im Januar dieses Jahres.

In Ravensbrück hatten die Nationalsozialisten hauptsächlich Frauen interniert. Von den rund 180.000 Gefangenen starben nach Schätzungen rund 40.000. Rinkel soll als Aufseherin dort mit einem abgerichteten Schäferhund gearbeitet haben. (tso/ddp)

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