Politik : Nazijäger haben KZ-Arzt im Visier

Santiago de Chile - Der weltweit meistgesuchte Naziverbrecher, der ehemalige KZ-Arzt Aribert Heim, ist nach Informationen des Simon-Wiesenthal-Zentrums von Augenzeugen während der vergangenen Wochen in Südamerika gesehen worden. „Er sei gebrechlich, aber könne noch laufen“, gab der Leiter des nach dem verstorbenen Nazijäger Simon Wiesenthal benannten Zentrums in Jerusalem, Efraim Zuroff, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires Angaben eines nicht genannten Informanten wieder. Ob es sich um Hinweise aus der Region um die südchilenische Stadt Puerto Montt oder der benachbarten argentinischen Stadt Bariloche handelt, wollte Zuroff unter Hinweis auf die Fahndung nach dem heute 94-Jährigen nicht sagen. „Wir sind heute optimistischer, dass wir Heim noch finden können, als vor der Reise in den Süden“, fügte er hinzu. Zusammen mit dem Leiter der argentinischen Abteilung des Wiesenthal-Zentrums, Sergio Widder, war Zuroff in beide Städte gereist, um Hinweisen nach dem Aufenthalt Heims nachzugehen.

Das Wiesenthal-Zentrum hatte im November die „Operation: Letzte Möglichkeit“ zum Aufspüren von Naziverbrechern in Südamerika begonnen. Heim steht auf der Liste der möglicherweise noch lebenden, weltweit gesuchten Naziverbrecher an erster Stelle. Er soll als „Dr. Tod“ im Konzentrationslager Mauthausen bei Linz während des Zweiten Weltkrieges hunderte Insassen durch Spritzen ins Herz oder bei „Operationen“ ohne Betäubung getötet haben.

Heim galt als extrem grausam. Augenzeugen berichteten, er habe aus der gegerbten Haut eines Opfers einen Lampenschirm für den Lagerkommandanten herstellen lassen. Der 1914 geborene Österreicher praktizierte nach dem Krieg in Baden-Baden als Frauenarzt und ist seit 1962 auf der Flucht. Gegen ihn besteht ein internationaler Haftbefehl. dpa

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