Nazivergleich : Eklat im UN-Sicherheitsrat

Bei Beratungen über die Lage im Nahen Osten hat sich der libysche Botschafter im UN-Sicherheitsrat im Ton vergriffen. Seine Beschreibung der Lage im Gazastreifen veranlasste andere Diplomaten, den Saal aus Protest zu verlassen.

New YorkDer libysche UN-Botschafter Giasalla Ettalhi hat im Sicherheitsrat die Situation im Gazastreifen mit Konzentrationslagern der Nazis verglichen. Sein französischer Kollege Jean-Maurice Ripert stand daraufhin auf und verließ den Saal. Die Botschafter anderer westlicher Länder folgten ihm. Eine von Costa Rica gewünschte Stellungnahme zur Lage im Gazastreifen kam nicht zustande. Die Mitgliedsstaaten konnten sich nicht einigen, sagte der amtierende Sicherheitsratsvorsitzende, Dumisani Kumalo aus Südafrika.

Der Leiter des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), John Ging, beschrieb die humanitären Bedingungen im Gazastreifen als "fürchterlich". Die von Israel seit zehn Monaten verhängten Strafmaßnahmen hinderten die palästinensische Bevölkerung an einem "Leben in Würde".

Das UNRWA und das Welternährungsprogramm (WFP) wollen nach eigenen Angaben ihre Lebensmittellieferungen an eine Million bedürftige Palästinenser am Donnerstag einstellen, falls Israel weiterhin keinen Treibstoff für Fahrzeuge im Gazastreifen zur Verfügung stellt. (smz/AFP)

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