Politik : Neckarwestheim: Größter Atomtransport rollt

Mit der Abfahrt von drei Atommüllbehältern aus dem Kraftwerk Neckarwestheim hat am Dienstag nach offiziellen Angaben der bislang größte Transport von abgebrannten Brennelementen aus Deutschland ins Ausland begonnen. Die 21 Brennelemente verließen am Morgen ohne größere Störungen von Atomgegnern das Kraftwerk Neckarwestheim in Baden-Württemberg. Sie sollen im britischen Sellafield wiederaufgearbeitet werden. Für den Transport durch Frankreich sollen sie nach Angaben des Bundesgrenzschutzes am Mittwoch mit neun weiteren Atommüllbehältern aus vier anderen Kraftwerken an der Grenze bei Wörth zusammengekoppelt werden. Diese werden in französische WAA La Hague gebracht.

Die Transporte aus den Atomreaktoren Stade, Brunsbüttel, Philippsburg und Mülheim-Kärlich sollten im Laufe der Nacht zum Mittwoch starten. Atomkraftgegner haben Protestaktionen angekündigt. Polizei und Bundesgrenzschutz bereiten sich seit mehreren Wochen auf den Sammeltransport mit mehr als 100 abgebrannten Brennelementen vor, der ursprünglich am 11. Juli stattfinden sollte. Damals wurde er aber ohne Angaben von Gründen abgesagt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte die Vermutung geäußert, dass die von starken Sicherheitsvorkehrungen begleitete Beerdigung von Hannelore Kohl Grund für die Verschiebung war.

In Neckarwestheim brachten am frühen Morgen Tieflader die drei Behälter vom Typ Excellox-6 unter starkem Polizeischutz zunächst auf der Straße in das wenige Kilometer entfernte Walheim. Rund 40 Atomkraftgegner demonstrierten nach Angaben der Polizei beim Start des Transportes.

Derweil will die FDP eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien wie Sonne und Wind setzen, hält zugleich aber den Verzicht auf Atomenergie für klimapolitisch verfehlt. Klimaschutz und Effizienz müssten miteinander verbunden werden, sagte der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Walter Hirche, am Dienstag bei der Vorstellung des energiepolitischen Programms der FDP. Die Partei sprach sich auch für die Stärkung des Bundeskartellamts bei der Missbrauchsaufsicht über die Liberalisierung der Energiemärkte aus.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben