Politik : Neonazi-Szenein Deutschland wächst weiter

Frank Jansen

Berlin - Der harte Kern der rechten Szene in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Es sei gegenüber 2003 eine Zunahme um 800 Neonazis auf 3800 zu verzeichnen, berichteten Sicherheitsexperten dem Tagesspiegel. Hinzu kämen unverändert 10 000 Skinheads und andere nicht parteigebundene Rechtsextremisten. Dieser Teil der Szene gilt als nicht so ideologisch gefestigt wie die Neonazis und wird von den Behörden separat erfasst. Es sei besorgniserregend, dass zunehmend junge Ersttäter diejenigen Skinheads ersetzten, die nach zwei Jahren ohne größere Auffälligkeiten aus der Statistik herausgenommen werden, hieß es in Sicherheitskreisen.

Mit dem Anstieg im Jahr 2004 hat sich das Wachstum des harten Neonazi-Kerns beschleunigt: Im Jahr 2002 stellten die Behörden 2600 Neonazis fest, 2003 waren es dann 3000. Von dem aktuellen Zuwachs auf 3800 sind besonders Berlin und Brandenburg betroffen. In Berlin stieg die Zahl der Neonazis auf 950 (2003: 750), in Brandenburg auf 300 (220). Die Verfestigung der NeonaziSzene sei vor allem ein Problem der neuen Länder und des Berliner Ostteils, sagten Experten. Das Wachstum hat sich jedoch nicht in einer Zunahme der Neonazi-Kameradschaften niedergeschlagen. Bundesweit gibt es weiter etwa 160.

Die NPD stagniert trotz ihres Wahlerfolgs in Sachsen und der Allianz mit Neonazis bei 5000 Mitgliedern. DVU und Republikaner verloren je 500 Anhänger. Die mit der NPD verbündete DVU zählt nun 11 000 Mitglieder, bei den Reps sind es 7500. Die Zahl der rechten Straftaten ist noch unklar. Es zeichne sich, erklären Experten, aber ein Rückgang der Gewaltdelikte ab. Unterdessen berichtete das NDR-Magazin „Panorama“, hohe NPD-Funktionäre hätten im Dezember am Rande einer Versammlung in Schleswig-Holstein Gegendemonstranten mit Steinen beworfen.

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