Politik : Nepal erklärt sich zur Republik

Kathmandu - Die verfassunggebende Versammlung in Nepal hat am Mittwoch die 240 Jahre währende Monarchie in dem Himalajastaat für abgeschafft erklärt und die Republik ausgerufen. Amtlichen Angaben zufolge stimmten 560 Delegierte dafür und vier dagegen. Die größte Gruppe in der Versammlung stellen die Maoisten, die bei der Wahl im April 220 der 601 Sitze errangen. Maoisten-Führer Prachanda, der mit seiner Rebellenbewegung zehn Jahre lang gewaltsam für die Abschaffung der einzigen hinduistischen Monarchie kämpfte, dürfte der künftigen Regierung Nepals vorstehen.

In der von den Delegierten verabschiedeten Erklärung wird Nepal als „unabhängige, unteilbare, souveräne, sekuläre und alle Minderheiten umfassende demokratische Republik“ definiert. „Alle dieser Idee zuwiderlaufenden Gesetze und Verwaltungsfunktionen sind damit von heute an ungültig“, heißt es weiter. Zugleich wird der 29. Mai zum „Tag der Republik“ proklamiert und sämtliche Privilegien des Königs und der königlichen Familie für beendet erklärt. Aus dem Hauptpalast von König Gyanendra in der Hauptstadt Kathmandu soll demnach ein Museum werden. Der Maoisten-Sprecher Krishna Bahadur Mahara sagte, nun seien „die Türen für einen radikalen sozialen und wirtschaftlichen Wandel geöffnet“.

Die erste Sitzung der verfassunggebenden Versammlung hatte mit mehrstündiger Verspätung begonnen. Grund dafür war, dass sich die früheren maoistischen Rebellen, die in der Versammlung mit 220 der insgesamt 601 Sitze die größte Gruppe stellen, mit den anderen politischen Kräften nicht darauf einigen konnten, wer erster Präsident der Republik werden sollte. Kurz vor Eröffnung der Sitzung ging laut Polizeiangaben im Westen der Hauptstadt ein Sprengsatz hoch und verletzte einen Menschen. AFP

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