Politik : Nepal: Himalaya-Staat am Tropf des Tourismus

vy

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 500 Mark pro Kopf ist Nepal eines der ärmsten Länder der Welt. Es hat eine Fläche von 147 181 Quadratkilometern und ist damit weniger als halb so groß wie Deutschland. Mit 24 Millionen Einwohnern und einer rapide wachsenden Bevölkerung ist das Land stark überbevölkert - ein riesiges Problem, denn in den Nachbarländern Indien, Sikkim und Bhutan führen die Auswandererströme aus Nepal zu ernsten politischen Schwierigkeiten.

80 Prozent der Nepalesen sind in der Landwirtschaft tätig. Trotzdem ist der Tourismus hier, wo es die spektakulärsten Achttausender der Welt gibt, der größte Devisenbringer - allerdings nur für einige wenige, die davon profitieren. Nepal exportiert Teppiche und Textilien, kann mit dem Erlös aber die Einfuhren an Maschinen und Industriegütern nicht bezahlen. Nepal ist stark auf ausländische Hilfe angewiesen. Außer Wasserkraft gibt es kaum natürliche Ressourcen.

Zudem versucht eine maoistische Guerrillabewegung seit Jahren mit Terroranschlägen an Boden zu gewinnen und ist mittlerweile in 70 Prozent des Landes präsent. Im vergangenen Monat verbreitete sie erneut Angst und Schrecken, als sie innerhalb von wenigen Tagen 70 Polizisten ermordete.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben