NERVÖSE BÖRSEN : Spanien und Italien verbieten Leerverkäufe

Angesichts der von neuen spanischen Hiobsbotschaften ausgelösten Turbulenzen an den Finanzmärkten haben Madrid und Rom Leerverkäufe verboten. Dies sei angesichts der Volatilität an den europäischen Märkten beschlossen worden und solle für drei Monate gelten, teilte die spanische Börsenaufsicht am Montag mit. In Italien untersagte die Börsenaufsicht Leerverkäufe von Aktien, nachdem der Leitindex FTSE-MIB an der

Mailänder Börse am Morgen vorübergehend um mehr als fünf Prozent

abgestürzt war. Der Handel mit Aktien einiger Banken und Finanzgruppen wurde nach starken Verlusten vorübergehend ausgesetzt. Grund für den Einbruch war die Furcht vor einer weiteren Verschärfung der Schuldenkrise in Europa. Investoren befürchten, dass auch Spanien unter den internationalen Rettungsschirm schlüpfen muss. Für eine Hilfe für Italien wäre dann nicht mehr ausreichend Geld vorhanden. In Spanien gab es zum Wochenauftakt weitere schlechte Nachrichten: Die Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal weiter – um 0,4 Prozent. Zuvor teilte die hoch verschuldete Regionalregierung von Murcia mit, sie erwäge einen Antrag auf Unterstützung auf Finanzhilfen aus Madrid. Mit Blick auf einen staatlichen Liquiditätsfonds denke die Region über die Bitte um Hilfe nach, hieß es in einer Stellungnahme am Sonntagabend. Nach einem Bericht der Zeitung „El PaIs“ haben die 17 halb autonomen spanischen Regionen Schulden von 140 Milliarden Euro angehäuft, von denen 36 Milliarden Euro noch in diesem Jahr refinanziert werden müssen. dapd

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