Politik : Netanjahu bekräftigt Friedenswillen

Jerusalem/Gaza - Für die schwierigen Friedensgespräche mit den Palästinensern hofft der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf „neue Lösungen für alte Probleme“. Bei Beratungen mit seinen Ministern sagte Netanjahu am Sonntag in Jerusalem, man müsse aus Fehlern lernen. „Kreatives Denken“ sei der Schlüssel zur Lösung der komplizierten Kernfragen des Nahost-Konflikts. Er bekräftigte seinen Willen zu einem „historischen Kompromiss“. Nur zwei Tage nach Aufnahme der Gespräche bombardierte die israelische Luftwaffe am Samstag Schmugglertunnel im Gazastreifen. Dabei wurden zwei Palästinenser getötet und zwei weitere verletzt. Stunden vor dem Angriff hatten militante Palästinenser Israel mit einer Rakete beschossen. Netanjahu unterrichtete die Minister über sein Gespräch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Donnerstag in Washington. Er fordert nach wie vor, dass zuerst die Sicherheitsbelange erörtert werden. Auf diesen, so seine Erklärung, bauten die übrigen Sachthemen auf. Diesem Vorgehen widersprach der einstige Chefunterhändler der Regierung von Ariel Sharon, Dov Weissglas: Jegliche Sicherheitsregelungen seien von der Grenzziehung abhängig, folglich müsse zuerst die Grenze zwischen Israel und dem Westjordanland ausgehandelt werden. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 14. und 15. September im ägyptischen Scharm el Scheich geplant. Nach israelischen Medienberichten sieht Netanjahu noch keine Lösung im Streit um eine Fortsetzung des bis zum 26. September befristeten Siedlungsstopps im Westjordanland. Die Palästinenser drohen nach mit dem Abbruch der Gespräche, sollten wieder Siedlungen gebaut werden. cal/dpa

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