Politik : Netanjahu trotzt den Vorwürfen gegen seine Siedlungspolitik

Israels Ministerpräsident: Wir lassen uns nicht erpressen / Arabische Liga will die Beziehungen zu Israel einfrieren JERUSALEM/KAIRO (rtr/AP).Israels Ministerpräsident Netanjahu hat die arabischen Staaten beschuldigt, sich gegen Israel zusammenzurotten.Er reagierte damit auf die Empfehlung der Außenminister der Arabischen Liga, die Beziehungen zu Israel einzufrieren und einen Wirtschaftsboykott zu verhängen.Zur Resolution der UNO-Vollversammlung gegen seine Siedlungspolitik sagte Netanjahu, die Welt wolle die Entschlossenheit Israels testen, seine Politik durchzusetzen. Sein Land werde sich nicht erpressen lassen; Jerusalem bleibe ungeteilt in Israels Hand. Die arabische Seite müsse erkennen, daß es nicht immer Übereinstimmung mit Israel gebe, sagte Netanjahu im "Radio Israel".Deshalb könne man aber nicht auf "absurde Ideen" zurückgreifen und zum Boykott Israels durch die Araber zurückzukehren.Auf Israel sei in der Vergangenheit mehr als einmal eingeschlagen worden.Doch es sei in der Lage gewesen, damit fertig zu werden. Die am Sonntag in Kairo verabschiedete Entschließung der arabischen Staaten stellt den bisher schärfsten Protest gegen den Bau von Neubausiedlungen im arabischen Teil Jerusalems dar.Der syrische Außenminister Schara sagte, die Öffentlichkeit in Israel solle erkennen, welche Folgen die Politik Netanjahus habe.Nach der Resolution sollten die Staaten ihre Beziehungen zu Israel einfrieren, bis dieser Staat sich an die bestehenden Friedensabkommen halte und alle Abmachungen respektiere.Zu den empfohlenen Maßnahmen zählen die Schließung von Büros und Missionen sowie die Aussetzung einer Beteiligung an multilateralen Gesprächen etwa über wirtschaftliche Zusammenarbeit, Umweltschutz oder Abrüstung. Der palästinensische Präsident Arafat hatte vor den Ministern erklärt, Israel habe "eine Kriegserklärung" an die Palästinenser und damit an "ein unbewaffnetes Volk" gerichtet.Israel wolle die Bevölkerungsstruktur im arabischen Ostteil Jerusalems noch vor den vertraglich vereinbarten Gesprächen über den künftigen Status der Stadt verändern. Fast überall im Westjordanland und im Gazastreifen kam es am Ostersonntag wieder zu heftigen Protesten gegen die israelische Politik.Palästinensische Polizisten bildeten Puffer zwischen aufgebrachten Menschenmengen und israelischen Truppen; sie feuerten Warnschüsse in die Luft und gingen mit Knüppeln gegen Landsleute vor.Mehrere Menschen wurden verletzt.

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