Politik : Netz gegen Ungleichheit

Berlin - Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) will auf Dauer den Großteil ihres Jahresbudgets in den Aufbau eines Beratungsnetzes für ganz Deutschland stecken. Die Leiterin der Stelle Christine Lüders versprach am Montag jährlich 1,2 Millionen Euro für die Ausbildung von Beratern, den Aufbau neuer und die Verknüpfung vorhandener Stellen und deren Existenzsicherung.

Der Haushalt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes beträgt 2,6 Millionen Euro, feste Kosten eingeschlossen. Sie wurde 2006 zur Umsetzung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes gegründet und soll Ungleichbehandlung wegen Herkunft, Geschlecht, Alter, Behinderung, Religion oder sexueller Orientierung verhindern helfen.

Lüders rechnet damit, dass das Geld ausreicht, um zehn regionale Einzelnetze zu finanzieren und so wohnortnah diskriminierten Behinderten, Alten, Frauen oder Migranten zu helfen. Die Berater sollen darüber aufklären, was sich gegen Beleidigungen oder gegen unfaire Behandlung bei Bewerbungen tun lässt und Betroffene gegebenenfalls zu Arbeitgebern oder Behörden begleiten. Derzeit seien viele Stellen auf die Beratung etwa nur von Migranten spezialisiert und für andere Fälle nicht gerüstet. Da dafür auch die ADS-Mittel nicht ausreichen werden, will Lüders die Länder für ihre „Offensive für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft“ gewinnen.

Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnete als erster am Montag Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Während der Süden und Osten Deutschlands etliche weiße Flecken aufweisen, verfügt Berlin nach Recherchen der ADS über eine „herausragende Beratungslandschaft“. ade

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