Neubesetzung : Sarkozy will Strauss-Kahn als IWF-Chef

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat den ehemaligen Wirtschafts- und Finanzminister Dominique Strauss-Kahn als neuen Präsident des Internationalen Währungsfonds vorgeschlagen. Die Bundesregierung sucht derweil noch ihre Position.

Im Tauziehen um die künftige Besetzung des Chefpostens beim Internationalen Währungsfonds (IWF) hat sich Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy für den sozialistischen früheren Wirtschafts- und Finanzminister Dominique Strauss-Kahn ausgesprochen. Er habe die Kandidatur bereits dem US-Präsidenten George W. Bush, dem britischen Regierungschef Gordon Brown und dem spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero präsentiert, sagte Sarkozy der Pariser Zeitung "Le Journal du Dimanche". Dagegen wollte sich die Bundesregierung zunächst nicht auf einen Kandidaten festlegen.

Die endgültige deutsche Position werde im Kabinett besprochen, verlautete aus dem Bundesfinanzministerium in Berlin. Strauss-Kahn sei ein starker europäischer Kandidat. Die Bundesregierung sei eingebunden in die Überlegungen und daher nicht überrascht, hieß es. Ziel der europäischen Partner sei es, einen starken gemeinsamen Kandidaten zu nominieren.

Vorschlag trotz parteilicher Gegnerschaft

Nach Ansicht Sarkozys ist Strauss-Kahn "der Geeignetste für den Posten", der mit ihm auch "dieselbe Vision vom Funktionieren des IWF" teile. "Könnte ich Frankreich um seine Kandidatur bringen, nur weil er Sozialist ist?", fragte Sarkozy. Strauss-Kahn ist eines der Schwergewichte der französischen Sozialisten. Er wirbt bisher vergeblich um eine sozialdemokratische Neugründung der Partei.

Die EU-Finanzminister wollen Anfang der Woche über einen europäischen Kandidaten für die vakante Führung des IWF beraten. Der Posten muss zum Herbst neu besetzt werden, weil der bisherige IWF-Chef, der Spanier Rodrigo de Rato, am 28. Juni überraschend zurückgetreten war. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben