Politik : Neue Bahn-Pläne: Zu Spitzenzeiten sollen die Preise steigen

BERLIN/FRANKFURT (MAIN) (onho/HB/rtr).Die Deutsche Bahn AG will offenbar zu Spitzenzeiten die Preise erhöhen.Dem Tagesspiegel bestätigte Bahn-Sprecher Katz entsprechende Überlegungen, noch seien aber keine Entscheidungen gefallen.Unterdessen schloß sich auch Bundesverkehrsminister Wissmann (CDU) der Kritik an den geplanten Streichungen von Fernverkehrszügen an.Bahn-Chef Ludewig versucht nun, die Wogen zu glätten und mit den Ländern Kompromisse zu finden.Die Gewerkschaft der Eisenbahner geht davon aus, daß die Sparpläne zunehmend Kunden verschrecken werden.

"Wir werden jetzt bilateral mit den einzelnen Ländern über konkrete Strecken sprechen", sagte Ludewig dem Handelsblatt, "denn die Situation sieht ja für jedes Bundesland anders aus." Bahn-Sprecher Katz sagte dem Tagesspiegel, es gebe gleichzeitig generelle Überlegungen, Preisnachlässe bei schwach ausgelasteten Zügen und Preiserhöhungen in Spitzenzeiten einzuführen, ein Mittel, von dem fast jedes privatwirtschaftlich geführte Unternehmen Gebrauch mache.Diese "Grundsatzidee" sei am Mittwoch den Ländern vorgetragen worden.

Wissmann wiederum führte am Donnerstag aus, die Bahn dürfe nicht nur die Rentabilität von Einzelstrecken sehen, sondern müsse die Auswirkungen auf das Gesamtnetz im Auge behalten."Ich habe die Bahn nicht privatisiert, damit sie Kunden verliert, sondern damit sie attraktiver wird." Statt Züge aus dem Fahrplan zu streichen, empfiehlt Wissmann der Bahn eine "Vorwärtsstrategie".Über verstärktes Marketing und ein besseres Angebot könnten neue Kunden gewonnen werden.Hessen und Nordrhein-Westfalen forderten von der Bahn den Verzicht auf die angekündigten Streichungen.NRW-Wirtschaftsminister Bodo Hombach (SPD) erklärte in Düsseldorf, die Bahn habe sich bei den Ländern für das vorzeitige Bekanntwerden der Kürzungspläne entschuldigt und versichert, die Bahn wolle keine Entscheidungen treffen, die nicht mit den Ländern koordiniert seien.Hombach erklärte, die Länder seien grundsätzlich bereit, bis zum Jahr 2001 auf eine halbe Milliarde Mark aus gesetzlich vereinbarten Mitteln für den Nahverkehr zu verzichten, um der Bahn zu helfen.Dazu müsse Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) aber die Forderung nach 200 Millionen Mark aus den Mitteln für den öffentlichen Personennahverkehr aufgeben.

Dagegen hat der sächsische Wirtschaftsminister Schommer Verständnis für die geplante Streichung von Fernzügen der Deutschen Bahn geäußert.In Dresden sagte der CDU-Politiker am Donnerstag: "Ich will nicht ausschließen, daß die eine oder andere Strecke zumindest als Fernverkehr geschlossen werden kann."

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