Politik : Neue Bischöfe für München und Limburg

Tebartz-van Elst wird Nachfolger von Kamphaus / Marx soll offenbar Oberhirte in Bayern werden

Martin Gehlen

Berlin - Zwei wichtige katholische Bischofsstühle in Deutschland werden in diesen Tagen neu besetzt. Am Mittwoch ernannte Papst Benedikt XVI. den Münsteraner Weihbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (48) zum neuen Bischof von Limburg. Er folgt auf Bischof Franz Kamphaus, der im Februar an seinem 75. Geburtstag nach fast 25 Jahren aus dem Amt verabschiedet worden war.

Neuer Erzbischof von München und Freising soll nach Berichten der „Süddeutschen Zeitung“ und der katholischen „Tagespost“ der bisherige Trierer Bischof Reinhard Marx (54) werden. Die bayerische Staatskanzlei bestätigte am Mittwoch, dass es vom Vatikan einen Vorschlag für die Nachfolge von Kardinal Friedrich Wetter gebe. Das Kabinett habe Ministerpräsident Günther Beckstein und Kultusminister Siegfried Schneider ermächtigt, die erforderliche Stellungnahme der Staatsregierung ohne weitere Rücksprache in den nächsten Tagen nach Rom zu übermitteln, sagte Regierungssprecher Michael Ziegler. Nach dem Bayern-Konkordat von 1924 muss die Staatsregierung formal ihre Zustimmung erteilen. Die offizielle Ernennung von Marx durch Papst Benedikt XVI. steht demnach unmittelbar bevor. Der Sprecher des Erzbistums München, Winfried Röhmel, erklärte dagegen: „Wir beteiligen uns nicht an Gerüchten.“ Rom entscheide, wer wann wo zum Bischof berufen werde. Papst Benedikt XVI. war selbst von 1977 bis 1982 Münchner Erzbischof gewesen.

Die Ernennung des Münsteraner Weihbischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst (48) zum neuen Bischof von Limburg wurde am Mittwoch zeitgleich im Limburger Dom und im Bischöflichen Generalvikariat in Münster verkündet. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, sprach von einer guten Wahl, er freue sich auf die Zusammenarbeit. Tebartz-van Elst, seit 2003 als Regionalbischof für die 530 000 Katholiken im westmünsterländischen Raum Steinfurt/Borken zuständig, gilt als ausgewiesener Experte für Pastoraltheologie und Liturgiewissenschaft. Er wurde am 20. November 1959 als Kind einer Bauernfamilie im Wallfahrtsort Kevelaer geboren. Nach der Priesterweihe 1985 arbeitete er zunächst als Kaplan, bevor er seine Studien in den USA fortsetzte. 2002 wurde er zunächst Theologieprofessor in Passau, ein Jahr später Weihbischof in Münster.

Tebartz-van Elst kündigte in einer ersten Reaktion in Münsters Bischofshaus einen „Brückenbau zwischen Bewährtem und Neuem, zwischen Umbruch und Aufbruch“ an. Die „bewährten Wege im Bistum Limburg“ fortzusetzen, sei eine „wahrlich große Herausforderung“, sagte er. Mit Blick auf einen hohen Anteil von Protestanten in der Region sagte er, den „ehrlichen und respektvollen Dialog“ zwischen evangelischer und katholischer Kirche fördern zu wollen. Die Amtseinführung ist für den 20. Januar 2008 geplant. Das Bistum Limburg ist eine der kleineren Diözesen in Deutschland. In ihr leben rund 682 000 Katholiken. Das Bistum umfasst große Teile des Rhein- Main-Gebiets mit den Großstädten Frankfurt am Main und Wiesbaden. Es wurde in den vergangenen Jahrzehnten von eher liberalen Bischöfen geführt und verfügt über starke Laiengremien. So hatte sich Bischof Franz Kamphaus, der Vorgänger von Tebartz-van Elst, als einziger Bischof längere Zeit der päpstlichen Anordnung widersetzt, aus dem System der staatlichen Schwangerschaftsberatung auszusteigen.

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